Hypothekenkredite
Bundesbank stellt sich gegen EU-Pläne

Die Bundesbank lehnt die Abschaffung der Vorfälligkeitsentschädigung bei der vorzeitigen Ablösung von Hypothekarkrediten ab. Begründung: Nicht alles, was auf den ersten Blick verbraucherfreundlich erscheine, habe auch ein verbraucherfreundliches Ergebnis.

mak FRANKFURT. Das sagte Bundesbank-Direktoriumsmitglied Franz-Christoph Zeitler bei einem Symposium seines Hauses zum Thema „Bankenaufsicht im Dialog“. Zeitler ist seit dem 1. Mai in der Bundesbank für die Bankenaufsicht zuständig.

Die EU-Kommission hat die Einführung standardisierter Verträge und die Angleichung der Kündigungsrechte bei Hypothekarkrediten zur Diskussion gestellt. Auf diese Weise soll die Integration der europäischen Retailmärkte vorangetrieben werden. Die Kommission erwägt unter anderem, einen Anspruch auf vorzeitige Rückzahlbarkeit festverzinslicher Darlehen festzuschreiben – und zwar ohne die in Deutschland übliche marktgerechte Vorfälligkeitsentschädigung.

Das Ergebnis einer solchen Regelung wäre, dass die Kreditinstitute keine oder nur relativ teure festverzinsliche Kredite anbieten könnten, sagte Zeitler. Denn bei sinkenden Zinsen würden zahlreiche Schuldner ihre Kredite vorzeitig ablösen. Zudem könnte der Verzicht auf eine Vorfälligkeitsentschädigung das deutsche Pfandbriefsystem sogar in Frage stellen, da vermutlich die Deckungsmasse schwinden würde. Auch die Wahlfreiheit der Konsumenten würde im Ergebnis eingeschränkt.

Hans-Theo Macke, Vorstandsvorsitzender der DG Hyp, verteidigte ebenfalls die Vorfälligkeitsentschädigung. „Wenn ich Zinssicherung betreiben will, hat das einen Preis“, sagte er. Ohnehin seien in der privaten Baufinanzierung Preise und Margen bei steigender Wettbewerbsintensität unter Druck. Die Lösung sieht Macke im Cross-Selling: Man binde den Kunden für 30 Jahre und verkaufe ihm andere Produkte. Ein Gesetzgebungsbedarf auf EU-Ebene sei „nicht nachgewiesen“.

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