IAEA
Atombehörde bestimmt Kurs für die Zukunft

Die internationale Atombehörde IAEA wählt einen neuen Chef. Der Nachfolger von Mohamed El Baradei muss gewaltige Aufgaben schultern. Umso wichtiger ist die Frage, wer den Posten übernimmt. Zwei Kandidaten gelten als bsonders chancenreich.

BERLIN/GENF. Die Mitglieder der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) wollen heute einen neuen Generalsekretär wählen und damit auch eine Vorentscheidung über die künftige Ausrichtung der Uno-Behörde treffen. Sowohl die EU-Staaten als auch die neue US-Regierung messen der IAEA wegen der weltweiten Renaissance der Kernkraft und der Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen eine wachsende Bedeutung zu.

Als klarer Favorit für die Nachfolge von Mohamed el Baradei gilt der Japaner Yukio Amano, der 62-jährige IAEA-Botschafter seines Landes. Sein Kontrahent ist der 69-jährige südafrikanische Gesandte bei der Organisation, Abdul Samad Minty. Amano kann sich auf die Unterstützung der USA, Deutschlands und der meisten Industriestaaten in dem 35 Länder umfassenden Gouverneursrat verlassen. Falls er keine Zweidrittelmehrheit erhält, müsste der Auswahlprozess von vorne beginnen.

Anders als Minty, der für eine politischere Rolle des IAEA-Chefs plädiert, gilt Amano eher als Technokrat: „Ich sehe mich selbst nicht als Vermittler“, betonte er. Kritiker befürchten deshalb, Amano werde die Agentur – im Gegensatz zu El Baradei – „entpolitisieren“. Im Kampf gegen die Weiterverbreitung nuklearer Waffen müsse sich die IAEA aber mit starker Stimme zu Wort melden – notfalls auch mit Kritik an den Mitgliedstaaten. Auf den neuen Behördenchef warten vielfältige Herausforderungen:

Zivile Atomenergie: „Eine ureigene Aufgabe der IAEA ist die Verbreitung der friedlichen Nutzung der Kernenergie“, sagte Oliver Tränert, Nuklearexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Die Agentur stellt dabei Experten und Wissen bereit, um Mitgliedstaaten beim Bau und Betrieb von Reaktoren zu helfen. Angesichts des Klimawandels, der versiegenden Reserven fossiler Energieträger und des globalen Energiehungers setzt die IAEA auf den massiven Ausbau der Kernkraft: Atomkraftwerke lieferten Elektrizität in „verlässlicher, nachhaltiger und umweltfreundlicher“ Weise, betonte der Vize-Generaldirektor der Behörde, Yury Sokolow. Nach der Statistik der Organisation befinden sich weltweit 436 Reaktoren am Netz, 44 Meiler sind im Bau.

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