IAEA dringt auf Unterzeichnung des Zusatzprotokolls
Uranfund nährt Sorgen über Irans Atomprogramm

Uno-Inspektoren haben in Proben aus dem Iran, dem die USA Streben nach Atomwaffen vorwerfen, Diplomaten zufolge angereichertes Uran gefunden. Dies könnte bedeuten, dass der Iran waffentaugliches Uran herstellt, ohne die Uno davon zu informieren.

Reuters WIEN. Der Iran hat stets erklärt, sein Atomprogramm diene rein zivilen Zwecken. In Diplomatenkreisen in Wien hieß es am Freitag, der Anreicherungsgrad des Urans sei ersten Untersuchungen zufolge hoch genug, um Besorgnis bei der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) auszulösen. Iran erklärte, die IAEA habe dem Land nichts darüber mitgeteilt. Sobald die Uno-Organisation sich äußere, werde auch Iran Stellung nehmen, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde.

Nach dem Atomwaffensperrvertrag, den auch der Iran unterzeichnet hat, darf Uran zwar für zivile Zwecke angereichert werden. Jedoch muss dies der Uno mitgeteilt werden. Die IAEA wird vermutlich am 9. September einen Bericht über ihre jüngsten Untersuchungen im Iran vorlegen.

Die IAEA teilte mit, sie könne die Berichte weder bestätigen noch dementieren. Allerdings seien Proben im Iran genommen wurden. „Die Ergebnisse der Analyse der Umweltproben werden in der Behörde ausgewertet, und wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Wochen weitere Proben nehmen werden“, sagte IAEA-Sprecherin Melissa Fleming in Wien. Nur die IAEA sei in der Lage, die Bedeutung der Analysewerte zu beurteilen. „Derzeit sind wir noch mitten in einem komplexen Inspektionsprozess im Iran, in dem wir eine Reihe von ungelösten Fragen untersuchen“, fügte sie hinzu.

Aus den Diplomatenkreisen verlautete, das bloße Vorhandensein von angereichertem Uran sei noch kein stichhaltiger Beweis für eine Anreicherung durch den Iran. Ein anderer Grund könnten Verunreinigungen sein, die jedoch auch einer Erklärung bedürften.

In westlichen Diplomatenkreisen hatte es bereits im Juni geheißen, die Proben der IAEA würden wahrscheinlich Verdachtsmomente bestätigen, wonach Iran an einem geheimen Zentrifugen-Programm zur Anreicherung von Uran arbeite. Die IAEA dringt darauf, dass Iran das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterschreibt, das der IAEA weiter gehende Inspektionen ermöglichen würde.

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