IAEA fordert Teheran zu engerer Zusammenarbeit auf
Atomstreit mit Iran soll vor den Uno-Sicherheitsrat

Im Streit um das iranische Atomprogramm wird eine Einschaltung des Weltsicherheitsrats immer wahrscheinlicher. Aus diplomatischen Kreisen in Wien verlautete, dass Mitglieder der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) heute Gespräche über eine Anrufung des Gremiums aufnehmen wollen. Nach einem Uno-Bericht hat Iran seit Juli rund sieben Tonnen Gas für die Anreicherung von Uran produziert.

ebo/HB WIEN/NEWPORT. Trotz intensiver Ermittlungen der IAEA seien noch viele Fragen bezüglich etwaiger heimlicher Nuklearaktivitäten Teherans offen. „Iran hat die Basis für einen Dialog zerstört“, sagte ein europäischer Diplomat. Mehrere Außenminister, darunter die der USA, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens, wollten vermutlich eine Resolution entwerfen, in der der Weltsicherheitsrat um sein Eingreifen gebeten werde, hieß es in Wien.

Die EU ist nicht bereit, ihr Verhandlungsangebot an Iran nachzubessern. Dies sagte eine hochrangige EU-Diplomatin nach dem EU-Außenministertreffen in Newport in der vergangenen Woche. Zwar wolle Europa noch nicht endgültig die Tür für Verhandlungen zuschlagen. Nun liege es aber an Iran, seinerseits ein konstruktives Angebot zu machen. Der neue iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte angekündigt, er wolle den Europäern seine Vorstellungen in den nächsten Wochen übermitteln. Die federführenden EU 3 (Deutschland, Frankreich und Großbritannien) erhielten in Newport von allen 25 EU-Staaten das Mandat, den Atomstreit notfalls vor den Uno-Sicherheitsrat zu bringen. Allerdings wollen die Europäer zunächst den Zwischenbericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) prüfen, bevor sie ihre Gangart verschärfen. Die IAEA entscheidet am 19. September über das weitere Vorgehen.

Ein ranghoher US-Diplomat erklärte, wenn Teheran die im Juli wieder aufgenommene Umwandlung von Uranoxid in das Gas Uranhexafluorid nicht stoppe und sich nicht zu weiteren Verhandlungen bereit erkläre, sollte der Streit an den Sicherheitsrat weitergeleitet werden. Das mit Hilfe von Uranhexafluorid angereicherte Uran kann sowohl zur Stromerzeugung als auch zum Bau von Atomwaffen genutzt werden.

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