IIF-Chef Dallara: Top-Banker warnt vor dem nächsten Sturm

IIF-Chef Dallara
Top-Banker warnt vor dem nächsten Sturm

Krise? Welche Krise? Um die Schulden der USA und das Auseinanderbrechen der Euro-Zone machen Investoren sich derzeit kaum noch Sorgen. Doch die Ruhe könnte nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm sein.
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ZürichRuhig schlafen kann Charles Dallara derzeit nicht. Der Amerika leitet seit zehn Jahren das Institute of International Finance (IIF), die einflussreiche globale Banker-Lobby, die zum Beispiel den Schuldenschnitt für Griechenland ausgehandelt hatte. "Mit Blick auf die Zukunft fühle ich mich unwohl", sagte Dallara vor der Presse in Zürich. Derzeit würden die Probleme durch die lockere Geldpolitik der Notenbank weltweit zugedeckt. Doch das könne nicht ewig so weitergehen.

"Die Märkte sind nur unzureichend auf die Idee vorbereitet, dass die Notenbanken eines Tages ihre Geldpolitik wieder straffen müssen", sagte Dallara. Der Experte beklagte, dass seit Ausbruch der Finanzkrise es mit der internationalen Koordination nicht mehr weit her sei.

Japan würde in seiner Geldpolitik derzeit eine weitere Variante versuchen, das daniederliegende Wachstum endlich zu stimulieren. So hat die Bank of Japan ihr Inflationsziel herauf gesetzt und ankündigt, noch mehr japanische Staatsanleihen kaufen zu wollen.

Vorbild ist offenbar die US-Notenbank Fed, von der Dallara sagt: "Die USA betreiben eine Geldpolitik, ohne über die Folgen für die Weltwirtschaft nachzudenken." Auch die Europäer verschonte er nicht mit Kritik; statt strukturelle Lösungen zur Lösung der Staatsschuldenkrise zu präsentieren, würden sich die Europäer nur durchwursteln.

Das Forum der G20, indem die Staats- und Regierungschefs der 20 wirtschaftlich wichtigsten Staaten sich beraten, zeige sich zunehmend "inkompetent", eine Antwort auf all diese Probleme zu formulieren. "Diese Schwächung der Koordinierung stellt ein echtes Risiko dar", warnte Dallara.

Diese Mangel an international abstimmten Handeln sei letztlich viel gefährlicher als die Verwerfungen an den Devisen-Märkten, die die lockere Geldpolitik mit sich bringe. "Die Wechselkurs-Effekte sind nur die Spitze des Eisbergs", so Dallara.

Gerade Länder wie Brasilien werfen den USA offen vor, mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik ihre wirtschaftlichen Probleme in andere Länder zu exportieren. Denn die überbordende Geldversorgung führe dazu, dass zu schnell zu viel Kapital in aufstrebende Wirtschaften wie Brasilien fließt, wo dann die Währung unter starken Aufwertungsdruck gerät.

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„Die Märkte bleiben lange Zeit zu entspannt“

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  • Die Schulden-EU ist und bleibt eine Missgeburt, da können die Politiker uns noch so belügen, es ändert nichts an den selbstredenden Tatsachen. Die Börsen sind alleine durch Stimmungsmache und mißbrauchtes EZB-Geld (letztendlich Steuergeld) getrieben, diese Blase hat keine fundamentale Substanz und wird deshalb platzen.

  • "The financial crisis of 2015". Interessante Lektuere. Ob es so kommen wird? Vielleicht.

    http://www.oliverwyman.com/media/OW_EN_FS_Publ_2011_State_of_Financial_Services_2011_US_Web.pdf

  • Sehe ich auch so.

    Wenn die Inflation größer Null, die Zinsen von der EZB nahe Null gesehen werden, wie soll dann reales Vermögen erhalten werden?

    Ich stelle folgende Thesen auf:
    Je niedriger der risikolose Zins, desto mehr Kapital versucht den realen Wert durch Spekulation zu erhalten.

    Die aktuelle Notenbankpolitik fördert die Spekulation, die Volatilität der Kassamärkte.

    Der niedrige Zins führt dazu, dass die Terminmärkte ebenso von den Notenbanken getrieben werden.

    Zinserhöhungen entziehen dem Spekulationskapital das Volumen.

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