Im Atomstreit droht das Land mit Lieferungseinschränkungen
Iran will Erdöl als Druckmittel einsetzen

Im Atomstreit mit dem Westen hat der Iran mit einer Einschränkung seiner Erdöl-Lieferungen gedroht. Das Land will den Rohstoff als Druckmittel gegen Staaten einsetzen könnte, die sich für eine Einschaltung des UN-Sicherheitsrates stark machen.

HB TEHERAN. Es gebe viele Möglichkeiten auf eine Einschaltung des UN-Sicherheitsrats in den Konflikt zu reagieren, sagte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einem am Samstag erschienenen Interview der Zeitung „Chalidsch Times“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Zum Beispiel, durch das Zurückhalten von Öl-Ausfuhren.“ Weiter sagte Ahmadinedschad: „Wir sind extrem kooperativ gewesen, wir hatten 1 200 Manntage an Inspektionen, Überwachungskameras sind überall in unseren Anlagen installiert.“

Der Iran ist mit einer Tagesproduktion von vier Millionen Barrel (ein Barrel entspricht knapp 159 Liter) der viertgrößte Ölproduzent der Welt. Die Ölverkäufe machen rund 80 Prozent seiner Exporteinnahmen aus. Experten hatten bereits vorhergesagt, dass das Land den Rohstoff als Druckmittel gegen Staaten einsetzen könnte, die sich für eine Einschaltung des Sicherheitsrates stark machen. Dieser könnte Sanktionen gegen den Iran verhängen.

Das Land hat bereits angekündigt, die Arbeiten an der Urananreicherung wieder aufzunehmen, sollte der Streit um sein Nuklearprogramms vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gebracht werden. In diesem Fall will die Regierung in Teheran auch unangekündigte Inspektionen der UN in seinen Atomanlagen nicht mehr zuzulassen.

Die USA und die Europäische Union (EU) verdächtigen den IRAN, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung Atomwaffen entwickeln zu wollen. Auf Initiative der EU hatte die UN-Atombehörde IAEA im vergangenen Monat beschlossen, den Atomstreit zu einem späteren Zeitpunkt vor den Sicherheitsrat zu bringen.

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