Im eigenen Haus verloren
Berlusconi verliert Wahlen in Mailand

Das Mitte-Links-Lager in Italien hat bei den Regional- und Kommunalwahlen einen Symbol-trächtigen Sieg errungen. Es gewann in der zweiten Runde der Provinzwahl in Mailand mit rund 54 Prozent der Stimmen. Das Mitte-Rechts-Bündnis von Ministerpräsident Silvio Berlusconi kam laut Prognosen und Hochrechnungen lediglich auf etwa 45 Prozent. Mailand ist Heimat und politische Hochburg Berlusconis.

HB ROM. „Berlusconi hat im eigenen Haus verloren.Er hat keine Mehrheit mehr bei den Bürgern“, sagte der Vorsitzende der Linksdemokraten, Piero Fassino. Dagegen errangen die Rechtsparteien den Angaben zufolge in der Provinz Bergamo und Catanzaro im Süden sowie bei der Bürgermeisterwahl in Arezzo die Mehrheit. Die Linke gewann zudem bei der Stichwahl in den Provinzen Chieti und Foggia.

Obwohl Berlusconi bekräftigte, der Ausgang der Wahlen werde nicht die Arbeit seiner Regierung beeinflussen, deutete er die Möglichkeit einer Kabinettsumbildung an. Diese könne vermutlich noch diese Woche über die Bühne gehen, es gebe aber keinen förmlichen Rücktritt seiner Regierung, sagte er am Rande des Nato-Gipfels in Istanbul. Berlusconis Partei Forza Italia hatte bereits vor zwei Wochen bei den Europawahlen sowie beim gleichzeitigen ersten Durchgang der Regional- und Kommunalwahlen deutliche Verluste erlitten. Innerhalb der Koalition schwelt zudem seit einiger Zeit ein Streit um die Wirtschaftspolitik. Die Koalitionspartner Nationale Allianz will mehr Mitsprache und stärkeres Profil in der Wirtschaftspolitik. Insgesamt waren am Wochenende zwölf Millionen Italiener aufgerufen, in 22 Provinzen und 101 meist kleineren Kommunen zu wählen.

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