"Im Großen und Ganzen faire Wahlen"
Algeriens Präsident Bouteflika wiedergewählt

Bereits im ersten Wahlgang ist Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika mit absoluter Mehrheit wiedergewählt worden. Europäische Beobachter bezeichneten die Wahl als "im Großen und Ganzen" Fair. Die Opposition sprach von Wahlmanipulation.

HB ALGIER. Nach Angaben des Innenministeriums vom Freitag kommt der 67-jährige bisherige Präsident auf rund 83,5 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung war danach mit knapp unter 58 Prozent für algerische Verhältnisse erstaunlich hoch. Auf Bouteflikas stärksten Herausforderer, den ehemaligen Ministerpräsidenten Ali Benflis, seien knapp 7,9 Prozent der Stimmen entfallen.

Gegenüber 74 Prozent in 1999 konnte Bouteflika sein Ergebnis damit noch verbessern. Sein Mandat endet in 2009. Am Vorabend der Wahl hatten allerdings alle übrigen Bewerber ihre Kandidatur zurückgezogen, weil die Abstimmung angeblich zugunsten Bouteflikas manipuliert worden sei. Neben Bouteflika hatten sich diesmal fünf Kandidaten beworben.

Das Büro von Benflis erhob den Vorwurf der Wahlmanipulation. Es es gebe zahlreiche Berichte über ausgetauschte Urnen und andere Zwischenfälle. Deshalb werde man rechtliche Schritte einleiten. Europäische Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) erklärten, es seien Wahlbeobachtern keine gravierenden Zwischenfälle aufgefallen.

Benflis hatte nach der Wahl am Donnerstag erklärt, entgegen den ersten Angaben der Regierung werde nach seinen Informationen eine Stichwahl notwendig sein. Zu dieser wäre es gekommen, wenn kein Kandidat die 50-Prozent-Hürde übersprungen hätte. Benflis war bis zum vergangenen Jahr Ministerpräsident unter Bouteflika, wurde dann aber von dem Präsidenten entlassen.

Dem Amtsinhaber wird von zahlreichen Algeriern zu Gute gehalten, die Gewalt in dem nordafrikanischen Land eingedämmt zu haben. Algerien ist vor allem wegen seines Ölreichtums von überregionaler Bedeutung. Seit Anfang der neunziger Jahre kämpfen dort moslemische Rebellen gegen die Regierung. Dabei sind mindestens 100.000 Menschen getötet worden.

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