Im Kampf gegen Isis
Kerry hofft auf syrische Opposition

Während der US-Kongress über 500 Millionen Dollar für die syrische Opposition berät, trifft sich Kerry mit deren Repräsentanten in Riad. Der US-Außenminister hofft auf ein Heilmittel gegen Isis.
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RiadUS-Außenminister John Kerry setzt im Kampf gegen die sunnitische Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) auf die moderaten syrischen Rebellengruppen. Vor allem die Nationale Syrische Koalition (NSC), ein Zusammenschluss mehrerer Oppositionsgruppen, könne eine wichtige Rolle dabei spielen, Isis zurückzudrängen.

Kerry traf sich bei seiner Nahost-Reise am Freitag mit dem NSC-Präsidenten Ahmed al-Dscharba in der saudischen Hauptstadt Riad, um über die Lage in Syrien und im Irak zu sprechen. „Er kennt die Menschen der Region, seine Meinung ist für ein Vorankommen sehr wichtig“, sagte Kerry. Al-Dscharba kommt aus dem nordsyrischen Kamischli, das mehrheitlich von Kurden bewohnt wird. Zugleich repräsentiert er den sunnitischen Schummar-Stamm, dessen Angehörige in Syrien wie im Irak leben.

Al-Dscharba sagte im Gespräch mit Kerry, die syrische Opposition brauche größere Unterstützung seitens der USA und regionaler Mächte wie Saudi-Arabien. „Mittlerweile beherrschen sektiererische Milizen unser Land“, mahnte der Exilpolitiker.

Die US-Regierung will moderate syrische Oppositionskräfte mit neuen Finanzmitteln unterstützen. US-Präsident Barack Obama hatte den Kongress am Donnerstag aufgefordert, 500 Millionen Dollar (367 Millionen Euro) zur Unterstützung bereitzustellen.

Allerdings ist die syrische Opposition zerstritten. Das NSC-Bündnis unterteilt sich unter anderem in Soldaten der Freien Syrischen Armee (FSA) und eine im türkischen Exil gegründete syrische Interimsregierung. Am Donnerstag hatte diese Regierung eigenmächtig den FSA-Oberbefehlshaber abgesetzt. Die FSA protestierte, Al-Dscharba widerrief die Order umgehend.

US-Außenminister Kerry traf sich nach saudischen Medienberichten in Riad auch mit König Abdullah. Saudi-Arabien gilt als einer der größten Unterstützer verschiedener syrischer Rebellengruppen im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Nuri al-Maliki, Ministerpräsident des Iraks, wirft Abdullah jedoch vor, auch extremistische Gruppen zu unterstützen. So werde Isis mit saudischen Geldern finanziert, um gegen die schiitische Regierung in Bagdad zu kämpfen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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