Im Kampf gegen Terror
EU will trotz Trump eng mit USA zusammenarbeiten

Auch unter Donald Trump als US-Präsident will die EU weiterhin eng mit den USA im Kampf gegen den Terror zusammenarbeiten. Der Anti-Terror-Beauftragte will Zugriff auf Informationen über IS-Kämpfer.
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BrüsselDie EU setzt auch unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump auf eine enge Zusammenarbeit mit Washington im Kampf gegen den Terrorismus. Er hoffe, „dass auch die neue Regierung unsere Zusammenarbeit und den Informationsaustausch fortsetzen“ werde, sagte der slowakische Innenminister Robert Kalinak, dessen Land derzeit den EU-Vorsitz innehat, am Freitag. Dies sei „sehr wichtig“, damit Europa gegen aus Syrien und dem Irak zurückkehrende Kämpfer vorgehen könne.

Die EU-Innenminister befassten sich am Freitag in Brüssel mit der Bedrohung durch sogenannte ausländische Kämpfer, die nach ihrer Rückkehr im Auftrag der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Europa Anschläge verüben könnten. Nach einem am Freitag diskutierten Bericht des EU-Anti-Terror-Koordinators Gilles de Kerchove ist von den bis zu 5000 Kämpfern aus Europa bereits ein Drittel zurückgekehrt.

Weitere 15 bis 20 Prozent sind demnach tot, während die Hälfte noch im Konfliktgebiet sei. De Kerchove hält es zwar für „unwahrscheinlich“, dass diese bis zu 2500 Kämpfer schnell zurückkehren werden, verlangt aber, dass sich die EU „proaktiv“ auf eine mögliche „Massen-Rückkehr“ vorbereitet.

Dabei forderte der Anti-Terror-Koordinator unter anderem auch einen noch stärkeren Informationsaustausch mit den US-Geheimdiensten, um Zugriff auf Informationen über die Kämpfer zu erhalten, „die auf dem Schlachtfeld in Syrien und dem Irak gesammelt wurden“. Auch mit umliegenden Ländern wie der Türkei, Jordanien und dem Libanon müsse stärker zusammengearbeitet werden.

In Europa selbst müssten Datenbanken mit biometrischen Merkmalen wie Fingerabdrücken besser genutzt werden, heißt es. Dies soll die Einreise mit gefälschten Dokumenten und unter falschem Namen verhindern.

De Kerchove spricht in dem Bericht auch mit den Kämpfern zurückkehrende Ehefrauen und Kinder an. Er nannte es „eine große Herausforderung, mit hunderten Kindern umzugehen, die im Kalifat (des IS) geboren wurden und aufgewachsen sind“. Einige von ihnen könnten durch Gewalt traumatisiert sein und bräuchten Hilfe. Sie könnten aber auch „eine Sicherheitsgefährdung“ darstellen, weil sie „trotz ihres jungen Alters bereits radikalisiert wurden oder anfällig für Radikalisierung sind“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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