Im Krankenhaus
Chirac sagt Deutschlandbesuch wegen Erkrankung ab

Wegen einer gefäßbedingten Sehstörung wird der ranzösische Präsident Jacques Chirac in einem Pariser Militärkrankenhaus behandelt. Er übertrug vorübergehend seinem Premierminister Dominique de Villepin die Leitung des Kabinetts.

HB PARIS. Chirac empfange aber Mitarbeiter und befasse sich mit dem Brand in einem Sozialbau bei Paris mit 14 Todesopfern, teilte der Elyseepalast am Sonntag mit. Der Präsident sagte alle Termine der Woche ab und wird auch nicht zum deutsch-französischen Treffen am Dienstag nach Rheinsberg kommen.

Chirac war am Freitagabend wegen Sehstörungen und Kopfschmerzen in die Klinik gefahren worden. Den behandelnden Ärzten zufolge erlitt der 72-Jährige „eine leichte Sehstörung, die nach einigen Tagen verschwinden dürfte“. Zur Frage, ob ein Blutgerinnsel die Ursache sei, wurde nichts gesagt. Chiracs „Allgemeinzustand“ sei „sehr zufrieden stellend“, erklärten die Militärärzte am Sonntag. „Der Präsident hat eine gute Nacht verbracht.“ Er werde „noch mehrere Tage“ zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Chiracs Frau Bernadette besuche ihren Mann am Sonntag im Krankenhaus. Villepin versicherte, Chirac sei „gut in Form“.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sandte Chirac Genesungswünsche. Die Nachricht vom Klinikaufenthalt habe ihn „sehr beunruhigt“, schrieb Schröder. „Ich hoffe sehr, dass du die Regierungsgeschäfte bald wieder in vollem Umfang wahrnehmen kannst und dass wir unser geplantes Treffen möglichst bald nachholen können.“ Vertreter der Pariser Oppositionsparteien kritisierten, dass Chiracs Erkrankung erst mit einem Tag Verspätung mitgeteilt worden sei. Der Elyseepalast begründete dies mit dem Wunsch der Ärzte nach vorheriger Diagnose.

Der Krankenhausaufenthalt gilt als weiterer Schlag für Chiracs Chance, sich 2007 einer Wiederwahl stellen zu können. Villepin, der selber Ambitionen auf das Präsidentenamt hat, versicherte Chirac auf einem Kongress der Regierungspartei UMP in La Baule (Westfrankreich) seine Loyalität und rief die Partei auf, Chiracs Kurs weiter zu folgen. Der UMP-Chef und Innenminister Nicolas Sarkozy erklärte daraufhin, man könne andere Meinungen als Chirac haben und ihm trotzdem gute Genesung wünschen. Er bekräftigte aber, Präsident werden zu wollen: „Nichts und niemand“ werde ihn hindern, seine Pflichten zu erfüllen und seine Ziele zu verfolgen.

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