Im Mittelmeer
EU startet Kampf gegen Schleuserbanden

Auf oft seeuntüchtigen Booten versuchen Flüchtlinge Europa zu erreichen. Tausende Euro haben sie oft für die Überfahrt bezahlt. Hinter dem brutalen Handel stecken Verbrechersyndikate, die die EU nun ins Auge fasst.
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Den HaagDie Europäische Union will verstärkt gegen Menschenschmuggler im Mittelmeerraum vorgehen und hat dazu eine Spezial-Einheit bei Europol gegründet. Hinter dem zunehmenden Zustrom illegaler Migranten nach Europa stünden vielfach internationale Verbrechersyndikate, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Dienstag in Den Haag mit.

Mit den zunehmenden Konflikten in Syrien und Irak nahm auch der Schmuggel von Menschen vor allem nach Griechenland und Italien nach Angaben von Europol deutlich zu. Im vergangenen Jahr überquerten rund 220.000 illegale Zuwanderer das Mittelmeer, etwa 3000 ertranken. Allein in diesem Jahren überlebten mehr als 1000 Flüchtlinge die gefährliche Fahrt auf oft seeuntüchtigen Booten nicht.
Für die oft lebensgefährliche Reise seien die Schmuggler verantwortlich, betonte der EU-Kommissar für Migration, Dimitris Avramopoulos, in Den Haag. „Wir müssen diesen menschenverachtenden Handel bekämpfen.“

Federführend im Kampf gegen die illegale Migration im Mittelmeerraum wird die neue Ermittlungseinheit „JOT Mare“ bei Europol sein. „Die Tragödien, die wir mit Migranten auf See erlebt haben, erfordern schnelles und koordiniertes Handeln auf EU-Ebene“, betonte Europol- Direktor Rob Wainwright. In „JOT Mare“ arbeiten Experten von Europol mit den Polizei- und Grenzeinheiten aus 13 EU-Mitgliedsstaaten und auch mit Interpol zusammen.

Die Banden seien in vielfältige kriminelle Aktivitäten verstrickt, sagte der Direktor von Interpol, Jürgen Stock. „Sie schmuggeln und handeln auch mit Drogen, Waffen und haben Verbindungen zum Terrorismus.“ Interpol wird vor allem Kontakte zu seinen Mitgliedsstaaten in Nordafrika herstellen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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