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Andrew Cuomo: Jäger im Auftrag der Gerechtigkeit

Die Krise ist die Stunde der Jäger. Es ist die Zeit, in der Betrüger und Absahner auffliegen und fette Beute sind für jemanden wie Andrew Cuomo, den mächtigen Generalstaatsanwalt des Staates New York. Endlich kann der bullige 51-Jährige so zupacken, wie er es sich als Streiter für die Gerechtigkeit erträumt hat. Und endlich bekommt er dafür die Sympathien der Bürger, um die er so lange geworben hat.

HB. Cuomo hat dem Versicherungsriesen AIG erfolgreich die Daumenschrauben angesetzt. Der Konzern, der die Finanzkrise nur dank Milliarden-Subventionen überlebte, zahlte seinen Führungskräften trotzdem 165 Mio. Boni aus. Cuomo drohte, die Namen der Bonusempfänger zu veröffentlichen, und erreichte damit, dass viele die Zahlung zurückgaben. Mindestens 50 Mio. Dollar hat er dem Steuerzahler gespart. "Wir leben in einer neuen Ära der Verantwortung von Unternehmen und Personen", sagt er. Sein Vorgehen erfüllt viele Bürger mit Genugtuung, für manche ist er ein Held.

Dabei blieb Cuomo lange Zeit viel blasser als sein Vorgänger Eliot Spitzer, der sich medienwirksam in ein Scharmützel mit der Wall Street verbissen hatte. Cuomo wollte das nicht. Lieber zwang er Kohleunternehmen, ihren Beitrag zu Erderwärmung als Geschäftsrisiko auszuweisen.

Schlagzeilen macht er erst, seitdem die Finanzwelt sein Schwerpunkt geworden ist. Er beendete zweifelhafte Geschäftspraktiken von Ratingfirmen, die ihren Neukunden "previews" auf zu erwartende Einstufungen gewährt hatten, und verklagte die Schweizer Großbank UBS. Sie hatte Anlegern noch Wertpapiere als sicher verkauft, als sie in internen Mails schon vor Risiken warnte.

Mit seiner Popularität empfiehlt sich Cuomo als Gouverneur des Staates New York. Damit würde er in die Fußstapfen seines Vaters Mario treten, der von 1983 bis 1994 ein beliebter Gouverneur war. Doch erst hat der Jäger noch zu tun. Die Krise bietet sicher noch die eine oder andere Beute.

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