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China: Xi Jinping auf dem Weg zur Macht

In den kommenden Tagen wird Peking die Weichen für den nächsten Präsidenten stellen. Und die ganze Welt blickt auf Xi Jinping. Denn er gilt als aussichtsreicher Kandidat. Wie die Parteikader in Peking um die Thronfolge ringen.

Wenn Chinas Staatsführung Anfang Oktober die Militärparade zum 60. Jahrestag der Volksrepublik abnimmt, dürften sich viele Augen auf Vizepräsident Xi Jinping richten. Denn in den kommenden Tagen wird Peking die Weichen für den nächsten Präsidenten stellen. Und der 56-Jährige gilt als der Kandidat, der ab 2013 die neue Weltmacht führen soll. Xi, spekulieren Chinas Medien, wird darum auf der laufenden Sitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei (KP) in den mächtigen Zentralen Militärausschuss berufen.

Xi Jinping ist in der armen Kohleprovinz Shaanxi aufgewachsen. Er gilt als Hoffnungsträger für eine weitere Öffnung Chinas, denn der Ingenieur und promovierte Jurist ist als relativ liberal, fair und moderat bekannt. Doch der eher zurückhaltende Politiker kann auch schroff werden. Anfang des Jahres gab er sich mit einer Tirade gegen China-Kritiker im Westen wenig weltoffen: „Es gibt ein paar Ausländer, die den Bauch voll und nichts Besseres zu tun haben, als mit dem Finger auf China zu zeigen.“

Innerhalb der Partei hat Xi aber als Pragmatiker überzeugt. Der etwas bullige Mann wurde einst Bürgermeister von Xiamen, stieg zum Gouverneur der Provinz Fujian auf und half in Schanghai aus, nachdem der dortige Parteisekretär wegen der Verstrickung in einen Finanzskandal gehen musste. Kurz darauf kam der Ruf ins höchste Parteigremium nach Peking, wo er als Vizepremier erfolgreich die Olympischen Spiele 2008 organisierte.

Trotz aller Erfolge eilt Xi Jinping der Ruf voraus, dass er seinen Aufstieg vor allem seiner einflussreichen Familie zu verdanken habe. Denn der Sohn des Parteimitgründers und Mao-Veteranen Xi Zhongxun gehört zu Chinas „Kronprinzen“, wie die Kinder der alten Führungskader noch heute genannt werden. Doch nicht immer ist die KP-Vergangenheit ein Türöffner. Auch Xi Jinping, der als wirtschaftsfreundlich gilt, war nicht der Wunschkandidat von Hu Jintao für dessen politisches Erbe. Dass er sich dennoch auf dem Parteitag im Herbst 2007 durchsetzen konnte und nun in den Militärausschuss aufrücken soll, sehen viele Beobachter als Hinweis auf eine Demokratisierung innerhalb der höchsten KP-Kader. and

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