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Miguel Ángel Fernández Ordóñez: Ein nervender Mahner

Notenbankchef Miguel Ángel Fernández Ordóñez gehört zum wirtschaftsliberalen Flügel der Sozialisten. Doch seine eigene Partei feindet ihn mehr an als die Opposition, denn Ordóñez mischt sich gern in alle wirtschaftspolitischen Themen ein. Von Kritik lässt "Mafo" sich nicht einschüchtern.

Als Miguel Ángel Fernández Ordóñez im Juli 2006 zum spanischen Notenbankchef ernannt wurde, stimmte die konservative Oppositionspartei PP ein lautes Geheul an. Zu sozialistisch sei der Mann. Die nötige Unabhängigkeit könne man von Ordóñez nicht erwarten, klagten PP-Politiker damals.

Diese Befürchtungen hat "Mafo", wie er nach den Anfangsbuchstaben seines Namens genannt wird, inzwischen zerstreut. Nunmehr feinden die regierenden Sozialisten den Wirtschaftswissenschaftler und Juristen mehr an als die Opposition.

Zwar gilt das Hauptaugenmerk des Notenbankchefs dem aufgeblähten und teils maroden Sparkassensektor; vor kurzem musste die Banco de España erstmals seit vielen Jahren bei einer Sparkasse intervenieren. Doch Mafo mischt sich gern in alle wirtschaftspolitischen Themen ein. Wegen seiner ständigen, medienwirksam geäußerten Ermahnungen an die Regierung, endlich den Arbeitsmarkt zu reformieren, kritisierte Premierminister José Luis Rodriguez Zapatero den Notenbankchef unlängst gar als "neokonservativ".

Der 63-jährige Ordóñez hat eine lange Karriere. Er war schon in den ersten Regierungen von Felipe Gonzalez Wirtschaftsstaatssekretär. Danach stand er unter anderem dem Wettbewerbstribunal und der Energieaufsichtsbehörde vor. Über viele Jahre war er zudem als Wirtschaftsjournalist im Radio und als Kolumnist für die größte spanische Zeitung El Pais. 2004 holte ihn Wirtschaftsminister Pedro Solbes als Staatssekretär zurück und machte ihn zwei Jahre später zum Notenbankchef.

Ebenso wie Solbes gehört Mafo zum wirtschaftsliberalen Flügel der Sozialisten. Seitdem Solbes vor kurzem als Minister ausgewechselt wurde, ist Ordóñez der einzige sozialistische Funktionär, der dem immer stärker nach links tendierenden Premier noch etwas entgegensetzt.

Vielleicht deshalb mischt er sich jetzt noch mehr ein. Vor kurzem forderte Ordóñez etwa eine durchgreifende Rentenreform. Ordóñez solle sich um die Finanzinstitute kümmern und nicht um Rentenkassen oder den Arbeitsmarkt, schimpfte daraufhin Arbeitsminister Celestino Corbacho. Aber einschüchtern lässt sich Mafo nicht.

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