Im Profil
Slowene aus Kärnten für Bosnien

Ein Österreicher wird internationaler Bosnien-Beauftragter: Valentin Inzko, Diplomat slowenischer Abstammung, gilt als kompetenter Netzwerker. Doch in den USA stieß er zunächst auf Widerstand. Wie der erfahrene Politiker die Amerikaner überzeugte.

Fast wäre aus der erhofften Berufung nichts geworden. Doch weil die USA am Ende dann doch zugestimmt haben, wird der österreichische Diplomat Valentin Inzko der neue internationale Bosnien-Beauftragte. Die formalen Bedingungen für diesen Posten erfüllt der 59-Jährige unbesehen. Inzko hat für das österreichische Außenministerium mehrere Jahrzehnte lang fast ausschließlich in Osteuropa gearbeitet. Von 1996 bis 1999 war er der erste Botschafter der Alpenrepublik in Bosnien nach dem Ende des blutigen Bürgerkriegs. Der Diplomat aus Österreich hat auch eine ganz persönliche Bindung an Jugoslawien: Er gehört zur slowenischen Minderheit aus Kärnten, Deutsch ist nicht einmal seine Muttersprache.

Weil sich Inzko bestens auf dem Balkan auskennt, hatte sich die EU im Februar auf ihn als Nachfolger des Slowaken Miroslav Lajcak verständigt. Lajcak ist in seinem Heimatland zum Außenminister aufgestiegen. Europa beruft den internationalen Bosnien-Beauftragten allerdings nicht allein. Mitspracherechte haben die Vereinten Nationen, die Nato und - die USA.

Die Berufung Inzkos stieß bei den Amerikanern zunächst auf Widerstand. Sie wollten auf dem Posten des Bosnien-Beauftragten ein international bekanntes politisches Schwergewicht wie beispielsweise den Briten Paddy Ashdown sehen, der von 2002 bis 2006 in Bosnien über das politische Geschehen wachte.

Die USA hatten Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit Inzkos. Der Bosnien-Beauftragte muss sich im Konfliktfall gegen die Vertreter von Serben, Kroaten und Bosnier durchsetzen, die sich in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land auch heute noch gegenseitig blockieren. Inzko ist in den vergangenen Tagen in die USA gereist, um für seine Sache zu werben. Offensichtlich mit Erfolg. Die Amerikaner haben den Widerstand fallen lassen, Ende März soll Inzko offiziell berufen werden. Der Wiener Außenminister Michael Spindelegger feiert schon den diplomatischen Erfolg: "Das ist ein deutliches Zeichen der Anerkennung für Österreichs Rolle am Balkan." zel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%