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Yukiya Amano wird oberster Atom-Polizist

Es war ein langer Kampf, und er hat ihn gewonnen: Der Japaner Yukiya Amano wird Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Bei einer Stichwahl setzte er sich am Donnerstag im IAEA-Gouverneursrat durch. Sein Vorgänger Mohamed El Baradei, der sich Ende November zurückzieht, wird brisante Dossiers an Amano übergeben.

Ganz oben auf der Dringlichkeitsliste steht das potenzielle Atomwaffenprogramm Irans. Amano weiß, wie vertrackt die Aufgabe ist, Iran zum Einlenken zu bewegen: „Es gibt keine Lösung über Nacht“, sagt er. Er werde alles tun, um an dem Thema dranzubleiben.

Dranbleiben muss der Japaner auch am Nuklearwaffenprogramm der Nordkoreaner – schließlich bedroht das atomare Abenteuer der Machthaber in Pjöngjang das Heimatland des kommenden IAEA-Chefs direkt. Und Amano muss mit seinen über 2 000 IAEA-Mitarbeitern verhindern, dass atomare Waffen in die Hände von Terroristen geraten. Kann der ruhige Herr mit der hohen Stirn diese Herausforderungen meistern?

Auf jeden Fall sammelte Amano enorme Erfahrungen. Er leitete als Vorsitzender den IAEA-Gouverneursrat. Er arbeitete für die Schließung von Block III des Unglücks-AKW in Tschernobyl, er half den Russen bei der Verschrottung von Atom-U-Booten. Im Jahr 2007 spielte er eine Schlüsselrolle bei einer Reformkonferenz für den Atomwaffensperrvertrag. „Also hat meine Regierung wohl gedacht, ich sei als Leiter der IAEA geeignet“, erklärt Amano.

Der Kandidat aus Tokio überzeugte auch die USA, Deutschland und andere westliche Mächte. Sie schätzen an ihm, dass er ein Mann der leisen Töne ist. Als Generaldirektor, so verspricht Amano, wolle er die IAEA „entpolitisieren“. Die forschen Worte seines Vorgängers el Baradei kamen vor allem in Washington nicht immer gut an.

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