Schutzmann fürs globale Dorf

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Sechs Fragen an: Klaus Adam

"Politische Banken funktionieren schlechter"

Halten Sie es für hilfreich, eine Konferenz nach dem Beispiel von Bretton Woods einzuberufen?

Zentrales Ziel des Abkommens von Bretton Woods war es, das internationale Währungssystem nach dem Zweiten Weltkrieg mit fixen Wechselkursen neu zu ordnen. Da Währungen keineswegs Auslöser der heutigen Finanzmarktkrise sind, kann das Ziel einer Konferenz nicht mit dem von Bretton Woods übereinstimmen. Wenn es aber darum geht, eine bessere internationale Koordinierung der Finanzmarktaufsicht zu erreichen, kann das hilfreich sein. Wichtig ist, dass neben den etablierten Finanzmärkten auch die Schwellenländer in Asien und Südamerika und arabische Staaten mit am Tisch sitzen. Die Verhandlungen dürften aber schwierig werden.

Warum?

Kernfrage ist, wie ein Ausweichen der Finanzzentren auf diejenigen Orte mit dem geringsten Regulierungsgrad verhindert werden kann - das ist nicht einfach.

Um Lösungen zu finden, müssen die Ursachen der Finanzkrise bekannt sein. Sind sie das denn schon?

Bekannt ist längst nicht alles, und die Krise ist offenbar keineswegs ausgestanden. Dennoch können wir mit der Ursachenforschung starten. Da scheint mir bislang die Verantwortung der Politik zu wenig beleuchtet. In den USA war es schließlich ein politisches Ziel, auch Leute mit geringem beziehungsweise unsicherem Einkommen zu Hausbesitzern zu machen. Hier bestand sogar Einvernehmen zwischen Republikanern und Demokraten.

Könnte eine Reform die Wiederholung der jetzigen Krise verhindern?

Wir können nur die Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse verringern, sie aber nie ausschließen.

Fürchten Sie einen staatsinterventionistischen Wettlauf?

Der Tenor der Debatte geht in diese Richtung. Wenn der Staat anfängt, den Banken vorzuschreiben, welchen Anteil der Kredite an kleine und mittlere Firmen zu vergeben sei, stimmt mich das nachdenklich. Den meisten in Deutschland wird aber nach dem Debakel bei IKB und den Landesbanken klar sein, dass politische Banken im Zweifel noch schlechter funktionieren.

Kann das Wirtschaftssystem letztlich gestärkt aus der Krise hervorgehen?

Längerfristig ist das möglich, wenn die richtigen Lehren gezogen werden. Insbesondere was die politische Einflussnahme auf Häusermärkte angeht. Und wir haben gelernt, dass die einseitig positiv ausgerichteten Anreizsysteme für Manager, die keinen wirklichen Verlust auf vergangene Boni zulassen, nicht das gewünschte Ergebnis bringen. Leute mit solchen Verträgen werden den ständigen Wechsel von Blasen- und Krisenzeiten immer lieben.

Die Fragen stellte Dorit Heß.

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