Im Wortlaut
Dokumentation: Begründung für Friedensnobelpreis-Entscheid

HB OSLO. Das norwegische Nobelkomitee hat die Vergabe des Friedensnobelpreises an die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO und ihren Chef Mohammed el Baradei am Freitag in Oslo wie folgt begründet (Übersetzung der Nachrichtenagentur dpa):

„Das norwegische Nobelkomitee hat beschlossen, dass der Friedensnobelpreis 2005 zu gleichen Teilen an die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) und ihren Direktor Mohammed el Baradei für ihre Bemühungen zur Verhinderung der militärischen Anwendung von Atomenergie sowie zur Sicherung einer möglichst sicheren Anwendung der Atomenergie für friedliche Zwecke vergeben wird.

In einer Zeit erneut zunehmender Bedrohung durch nukleare Waffen möchte das norwegische Nobelkomitee unterstreichen, dass dieser Bedrohung mit einer möglichst breiten internationalen Kooperation begegnet werden muss. Dieses Prinzip findet derzeit seinen klarsten Ausdruck in der Arbeit der IAEO und ihres Generaldirektors. Entsprechend den Regelungen für die Nicht-Weiterverbreitung (von Atomwaffen) obliegt der IAEO die Kontrolle darüber, dass Atomenergie nicht für militärische Zwecke missbraucht wird. Der Generaldirektor hat sich als unerschrockener Anwalt neuer Methoden zur Verbesserung der Kontrollen hervorgetan.

In einer Zeit, da Abrüstungsbemühungen in der Sackgasse zu stecken scheinen und die Gefahr besteht, dass Atomwaffen in die Hand weiterer Länder und von Terroristengruppen gelangen, und da die Atomenergie erneut eine deutlich wichtigere Rolle zu spielen scheint, ist die Arbeit der IAEO von unschätzbarer Bedeutung.

In seinem Testament schrieb Alfred Nobel, dass der Friedensnobelpreis, neben anderen Kriterien, an diejenigen vergeben werden sollte, die am meisten für die „Abschaffung oder Reduzierung stehender Heere“ geleistet haben. Das Nobelkomitee hat sich bei der Anwendung dieses Kriteriums in den letzten Jahrzehnten vor allem auf den Kampf um die Verminderung der Bedeutung von Atomwaffen in der internationalen Politik mit dem Ziel ihrer endgültige Abschaffung konzentriert. Dass die Welt hier so wenig erreicht hat, macht aktive Opposition gegen Atomwaffen heute umso wichtiger."

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