Im Zentrum der Branche steht die Slowakei
Qualifizierte Fachkräfte für Autohersteller

Der Zug der deutschen Autoindustrie in Richtung Osten hat ein Jahr nach der EU-Erweiterung weiter an Fahrt gewonnen. Als neues Zentrum der Branche in Osteuropa entwickelt sich zusehends die Slowakei. Im Umkreis von 400 Kilometern um Bratislava werden bereits heute jährlich zwei Millionen Autos hergestellt.

HB BRATISLAVA. Allein der Volkswagen-Konzern, der bereits seit 14 Jahren in dem Land tätig ist, produziert in einer riesigen Fabrik unweit der Hauptstadt jährlich etwa 280 000 Autos, darunter die komplette Fertigung des erfolgreichen Geländewagens Touareg. Auch der luxuriöse Audi-Geländewagen Q7 soll dort künftig gefertigt werden. Volkswagen Slovakia hält bereits im Jahr 2008 eine Produktion von rund 4,2 Millionen Fahrzeugen für möglich.

Die Autoindustrie ist damit ein strategisches Element der slowakischen Volkswirtschaft geworden, auch Peugeot-Citroen und Hyundai-Kia bauen große Fabriken. Die Asiaten wollen in der Stadt Zilina ab 2006 bis zu 300 000 Autos jährlich fertigen, die Franzosen streben in Trnava die gleiche Kapazität an.

Einen wesentlichen Vorteil der Slowakei gegenüber den Nachbarn sehen Experten in der hohen Qualifikation der Facharbeiter. Und durch die EU-Mitgliedschaft spart Kia Motors zehn Prozent Zoll, wie Vizepräsident Yong Hwan Kim betont.

Im Schlepptau der Großkonzerne folgen die Zulieferer an die neuen Standorte. So kündigte Getrag Ford Transmissions, ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Getrag-Gruppe und der amerikanischen Ford Motor Co., erst jüngst an, rund 400 Mill. Dollar im beschäftigungsschwachen Osten der Slowakei zu investieren, um ab 2007 dort Motoren und Getriebe herzustellen.

Neben der Slowakei entwickeln sich auch Polen, Tschechien und Ungarn zu wichtigen Stützpunkten der Branche. Der angeschlagene Autobauer Opel kündigte im Frühjahr 2004 an, seine Produktion im polnischen Werk Gleiwitz deutlich auszuweiten. Audi stärkt unterdessen seine Position im ungarischen Györ, wo die Ingolstädter den Audi TT fertigen. Der japanische Hersteller Toyota und der französische Autobauer Peugeot-Citroen eröffneten Anfang des Jahres eine neue Fabrik im tschechischen Kolin, in der künftig jährlich rund 300 000 Kleinwagen vom Band laufen sollen.

Das Absatzpotenzial in Osteuropa ist enorm. Während in Deutschland etwa 550 von 1 000 Einwohnern ein Auto haben, sind es in Tschechien nur 363, in Polen, Ungarn und der Slowakei sogar deutlich unter 300. Der Markt lockt selbst die Hersteller aus dem Reich der Mitte mittlerweile an. Als erste chinesische Autofirma verhandelt Chery mit mehreren Beitrittsländer über den Aufbau einer eine Produktionsstätte in Osteuropa.hz

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