„Image-Schaden für Deutschland“
US-Abgeordneter wettert gegen Prostitution bei Fußball-WM

Zwei Tage vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Washington hat ein US-Abgeordneter die Bundesregierung scharf kritisiert. Der Vorwurf: Die deutsche Regierung fördere die Sex-Industrie während der Fußball-WM.

HB WASHINGTON. Es sei damit zu rechnen, dass mehr als 40 000 Frauen überwiegend aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland missbraucht würden, sagte der Republikaner Christopher Smith vor dem Kongress bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz. „Das ist eine Schande“, rief der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses. Der Weltfußballverband FIFA sowie nationale Fußballverbände hatten auch schon wegen befürchteter Menschenrechtsverletzungen während der WM in Deutschland protestiert.

„Die deutsche Regierung muss den Kurs ändern, noch ist Zeit“, verlangte Smith. „Andernfalls bleibt das ein Schandfleck auf Deutschland.“ Zusammen mit mehr als 40 Gruppen, die Smith namentlich auf seiner Webseite aufführt, verlangte Smith einen Stopp der Prostitution in Deutschland. Zu den Unterstützergruppen gehören etwa das „Institut für Religion und Politik“, die „Gemeinde der barmherzigen Maria des guten Hirten“, und die „Engelkoalition“.

Die deutsche Regierung fördere die Sex-Industrie auch noch durch Hilfen beim Bau von Mega-Bordellen und Sondergenehmigungen für Prostituierte während der WM, sagte Smith. Sie mache sich damit zum Partner von Bordell-Besitzern, Zuhältern und Menschenhändlern. Sollte sich das nicht ändern, forderte er den Kongress auf, Deutschland in seinem jährlichen Bericht über den Menschenhandel in der Kategorie der schlimmsten Menschenrechtsverletzer zu nennen.

Auch die Menschenrechtsaktivistin Donna Hughes von der University of Rhode Island sprach von einem dauerhaften Image-Schaden für Deutschland innerhalb der Europäischen Union und in den USA. Bundeskanzlerin Merkel wird am Mittwoch zu ihrem zweiten offiziellen Besuch in Washington erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%