Immense Staatsschulden EU schmiedet Notfall-Plan für Irland-Pleite

Die Euro-Zone bereitet zum zweiten Mal eine Finanzspritze für einen überschuldeten Mitgliedstaat vor. Nach Griechenland muss womöglich bald auch Irland um Hilfe bitten. Grund dafür ist der dramatische Druck der Finanzmärkte auf irische Staatsanleihen.
10 Kommentare
Fahne Irlands und der EU vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel: Angst vor der Pleite. Quelle: Reuters

Fahne Irlands und der EU vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel: Angst vor der Pleite.

(Foto: Reuters)

mm/mak/rut/saf BRÜSSEL/LONDON. „Der Anstieg der Renditen irischer Anleihen ist besorgniserregend“, heißt es in Regierungskreisen in Berlin. Deshalb würden die Euro-Staaten jetzt prüfen, ob Irland Liquiditätshilfen aus dem Rettungsfonds für klamme Euro-Staaten benötigt. Der im Mai dieses Jahres geschaffene Fonds hat ein Volumen von insgesamt 750 Mrd. Euro. 250 Mrd. Euro davon stellt der Internationale Währungsfonds (IWF), 60 Mrd. Euro die EU-Kommission und 440 Mrd. Euro die Euro-Zone.

Ein Hilfsantrag Irlands liege bisher zwar nicht vor, heißt es weiter in Berlin. Trotzdem bereite man sich auf den Notfall vor: „Wir sind in der Lage, Irland sehr kurzfristig zu helfen.“ Auch in Brüssel räumten Diplomaten ein, dass eine Liquiditätshilfe für Irland nicht auszuschließen sei.

Die irische Regierung hofft trotzdem noch, die Lage eigenständig in den Griff zu bekommen. Er werde „auf keinen Fall“ internationale Hilfe in Anspruch nehmen, beteuerte Finanzminister Brian Lenihan. Irland schaffe es aus eigener Kraft, sein Budgetdefizit von derzeit 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2014 unter den EU-Grenzwert von drei Prozent zu drücken.

Die Märkte konnte die Regierung damit aber nicht überzeugen. Das gab sogar Irlands Notenbank-Präsident Patrick Honohan offen zu. Der Regierung sei es noch nicht gelungen, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Die Rendite für irische Staatsanleihen stieg deshalb gestern auf den Rekordwert von 8,6 Prozent.

Der hohe Zinssatz schlägt zwar nicht unmittelbar auf die irischen Refinanzierungskosten durch, denn das Land muss bis Mitte 2011 keine neuen Staatsanleihen begeben. Doch die Spannungen in der Euro-Zone nehmen derart zu, dass eine schnelle Lösung trotzdem notwendig werden könnte, warnen Volkswirte. Hauptgrund dafür ist die Angst der Anleger vor einem Schuldenschnitt.

Die EU-Regierungschefs hatten beim Gipfel vor einer Woche beschlossen, private Gläubiger an den Kosten einer staatlichen Insolvenz in der Euro-Zone zu beteiligen. Nach Einschätzung der italienischen Bank Unicredit signalisieren die Renditen irischer Staatsanleihen, dass die Gläubiger mit dem Verlust von mindestens 30 Prozent ihrer Forderungen rechnen. Nervös sind die Anleger auch, weil der strikte irische Sparhaushalt Anfang Dezember im Parlament scheitern könnte. Die Regierungskoalition um die konservative Fianna Fail verfügt dort nur noch über eine dünne Mehrheit.

Startseite

Mehr zu: Immense Staatsschulden - EU schmiedet Notfall-Plan für Irland-Pleite

10 Kommentare zu "Immense Staatsschulden: EU schmiedet Notfall-Plan für Irland-Pleite"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auch Konzerne werden gestaerkt wenn verlustbringende Unternehmen losgelassen werden.
    Nur der deutsche Steuerzahler muss die PiiGS aus dem Schlamm ziehen.

  • Es ist ganz simpel: Wer verdient an den Zinsen der immensen Staatsverschuldungen? Und wer stellt die stärkste Lobby? Und welcher Politiker ist nicht käuflich? 1+1+1=3, ganz simpel, ehrlich.
    Wer zukünftig die bürgerlichen Parteien wählt und sich zu einem vereinten Europa im derzeitigen Stil bekennt, macht sich schuldig an der Versklavung seiner Kinder und Kindeskinder. Wir kehren zurück zum Feudalismus. Helau und Alaav!

  • Unerhörte Sauerei, schon wieder über Finanzgarantien für Schuldenmacher-Länder zu faseln. Hiermit muss endgültig Schluss sein ! Die Länder sollen Pleite gehen, die Spekulanten sollen zahlen. Von Lasten befreit, können die Pleiteländer sich wieder emporarbeiten. Dem Euro schadet eine Länderpleite nicht im Geringsten. im Gegenteil - die verbliebenen Länder machen die Währung fester. Und dass der Euro Rufschaden nehmen könnte ohne Geldhilfe - das ist nun der grösste Quatsch. Rufschaden ? Die Fachleute wissen genau, was mit der Währung los ist. Da steht kein "Ruf" zur Debatte. Derartiges Gerede soll nur zum betrug der Öffentlichkeit beitragen.

  • @ halloaberauch so gedacht verstehe ich dich schon,du vergisst dabei,der eintreffende verlust,wert vom Papiergeld,ist der knackpunkt also verlierst du defenitiv alles,es sei denn das du dich nicht mit gold abgesichert hast.denke ganz einfach an das gespenst Hyperinflation und dann sage mir was ist aus der reichsmark geworden die man auch nicht essen kann und den Gold was du 1929 besessen hast,und siehe siene wertigkeit man kann es nicht essen nein aber es erleichtert ein das überleben ungemein,aber bestimmt nicht wenn du es auf der bank deponierst es gab in deutschland auch das verbot für den besitz von Gold als privatperson warum wohl,womit bezahlte der Kaiser seine Kanonen mit wertlosen geld.warum nicht mit gold.druckt euros,Dollars es ist egal es gibt genug sand in der wüste deshalb ist der so teuer.er wird erst intressant wenn er knapp wird.

  • Wann wird endlich das Schmierentheater in brüssel aufgelöst!? Es wird bald die Zeit kommen, wo wir wieder einen Fladen brot mit Glasperlen oder Muscheln bezahlen weil all das liebe Geld keinen Wert mehr hat. Gold? Was ist Gold? Eine glänzende gelbe Masse von der keiner was abbeißen kann. Damit hat man vor geraumer Zeit religiöse und weltliche Größen verziert und gehuldigt. Was soll also der Run auf Gold, wenn es morgen keiner mehr haben will.

  • Super, "..Defizit von 32%.., irland muß keine neue Staatsanleihen begeben...,..Angst der Anleger vor Schuldenschnitt!!! Was wird denn hier geschrieben? Schulden, Schulden und nochmals Schulden. Wer glaubt den das der keltische Tiger jemals seine Schulden zahlen kann? Die Anleger nicht und deshalb haben sie Angst, aber die gute Mutter aus berlin wirds schon richten. Sind denn wieder mal die deutschen banken beteiligt wenn sich berlin sofort meldet und Signale gibt zu zahlen? Hallo, was haben wir denn mit den Schulden von irland zu tun? bald haben wir ganz Europa im Sack und wissen nicht wohin mit unseren Schuldtitelschätzen und das Geld ist weg. Naja, wir können ja sicher sein das wir bald den nächsten Sparhaushalt bekommen werden um dann auch Portugal, Spanien und italien zu helfen.

    bitte liebes Verfassungsgericht, entscheide bald, sonst sind die nächsten Milliarden im Nirwana verschwunden. irgendwann trifft es auch euch, da keine üppigen Pensionen mehr gazhalt werden können. Laßt uns Schluß machen mit dieser idee eines gemeinsamen Europas.

  • @Alfred Die Verursacher präsentieren auch die Lösung
    das ist das perverse an der Sache.Ob EU-DE-Parlament,gnadenlos wird umverteilt,bis nichts mehr geht von den frischgedruckten kaufen sie sich krisensicher ein und nun setz der Crasch ein und sie können vor lachen nicht mehr einschlafen.Feldbusch macht Werbung für KiK,der arme Näher in bangladesch bezahlt dafür.Der Zeitarbeiter wird ausgeblutet,verarscht wenn du schön fleissig bist wirst du fest eingestellt,ich bin der arme Firmenbesitzer könnt ihr auf lohn verzichten meinen Konzern gehts sehr schlecht.brutal aber so läufts.und mit zunehmenden alter wird die Dame unintressant.ihr habt uns gewählt wir sind zu euren Wohl in dieser Position wir tun alles zum Wohl des Volkes.Sht unaufhörlich sinkt die zahl der Arbeitlosen Statistisch betrachtet unser tun ist von erfolg gekrönt.Ein Arbeitsloser bauing.muss mit erstaunen feststellen wie schnell der Koch auf den bau untergekommen ist.Da kommen bei sein Arbeitsvermittler doch schon Zweifel auf ob der überhaupt ernsthaft Arbeit sucht DE-Praxis Nov.2010

  • @Alfred
    Ja und was macht unsere Regierung. Wir werden von den Typen verkauft , wir bekommen über Anleihen, Garantien, Rettungsschirme, bankerboni aus der Steuerkasse einen Haufen fauler Eier gereicht. Und die Politik sagt uns mach da mal ein schönes Omlett draus. Ganoven und gekaufte Politiker.

  • @ Alfred

    "Rotlichtmilieu" - prima, Alfred, prima!

  • Es kann nicht sein, dass private Anleger die Kosten eines Staatsbankrotts mit tragen sollen, aber die Verursacher mit guten Abfindungen und boni es sich gut gehen lassen. Die EU handelt nur zum Vorteil der bestbezahlenden Lobby. Eine Mentalität, die man sonst nur im Rotlichtmilieu findet!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%