Immenser Finanzbedarf vermutet Griechenland könnte zum Fass ohne Boden werden

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Wohl und Wehe überschuldeter Euro-Länder dürfen nach Ansicht eines führenden Notenbankers nicht in den Händen anonymer Investoren an den Finanzmärkten liegen. "Sollte die Euro-Zone den Weg gehen, es gänzlich den Märkten zu überlassen, darüber zu entscheiden, welches Land solvent ist und welches nicht, würde das den Euro im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen schwächen", warnte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi. Es sei deshalb wichtig, dass die Politik ihre Hausaufgaben mache und das Heft des Handels in der Hand behalte. Ein Staatsbankrott oder eine Umschuldung - wie derzeit im Falle Griechenlands von vielen diskutiert - seien keine Optionen, sagte Bini Smaghi: "Das wäre politischer Selbstmord".

Gegen Panikmache vor einer Pleite Griechenlands wandte sich auch EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark. Er rechne damit, dass die Hilfen für Griechenland letztendlich Erfolg haben werden. "Ich sehe dies nicht als ein Fass ohne Boden", sagte Stark im Bayerischen Rundfunk. Auch den Vorwurf von Kritikern, Griechenland spare sich angesichts der Auflagen für das Milliarden-Hilfsprogramm kaputt, wies er zurück.

Griechenland habe über viele Jahre eine falsche Wirtschaftspolitik betrieben, erklärte der EZB-Chefökonom. "Das bedarf jetzt der Korrektur, und diese Korrektur ist schmerzhaft. Das geht nicht ohne Probleme ab." Doch aus seiner Rezession könne Griechenland wieder "herauswachsen", wenn es seine strukturellen und Haushalts-Probleme überwinde.

"Griechenland hat einen hohen Schuldenstand, aber Griechenland ist nicht insolvent", betonte Stark. Das vor einem Jahr mit EU, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) vereinbarte Hilfsprogramm über 110 Milliarden Euro sei ein "realistisches Programm, das umgesetzt werden muss".

Stark sprach sich in dem Interview erneut gegen einen Schuldenschnitt aus. "Letztendlich bringt eine Umschuldung nicht die Lösung der Probleme, die Griechenland zu bewältigen hat. Es sind strukturelle Probleme, die Griechenland anzugehen hat, und der Haushalt muss in Ordnung gebracht werden."

Eine Umschuldung hätte schwerwiegende Folgen, warnte Stark: "Wenn man über Umschuldung redet, muss man über die Konsequenzen reden: auf das Bankensystem, auf die Refinanzierung durch die Europäische Zentralbank, die Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung." Die europäischen Währungshüter haben selbst schwer an Griechenland zu tragen. So hat die EZB griechische Staatsanleihen über etliche Milliarden Euro aufgekauft.

Investoren gewährten Griechenland derweil eine Atempause. Bei der Emission eines Geldmarktpapiers mit Laufzeit von sechs Monaten verlangten sie heute kaum höhere Zinsen als im April. Die Durchschnittsrendite legte lediglich um acht Basispunkte auf 4,88 Prozent zu, wie die Schuldenagentur mitteilte. Insgesamt nahm Griechenland 1,625 Milliarden Euro am Markt auf. Gut ein Drittel der gesamten Emission ging an ausländische Anleger, sagte der Chef der Schuldenagentur, Petros Christodoulou.

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24 Kommentare zu "Immenser Finanzbedarf vermutet: Griechenland könnte zum Fass ohne Boden werden"

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  • Papandreou vs. Merkel: 10:0

    Regierungschef Giorgos Papandreou agiert äußerst klug.

    FTD zitiert 'Eurokreise': "Die politische Spitze des Landes ist sich offenbar der Brisanz der Lage für Griechenland und die gesamte Eurozone nicht bewusst."

    Das sehe ich völlig anders:
    Warum noch das Tafelsilber verkaufen, wenn das System ohnehin zum Zusammenbruch steht?

    Der Mann hat maximal für sein Volk herausgeholt. Während hiesige Arbeitnehmer mit dem Titel "XXL-Vizeexportweltmeister abgespeist werden, hat Papandreou sein Volk mit rund 150.000 Euronen aus Brüssel Extra-Zulage beglückt. Das nenne ich soziale Politik, die beim Volk ankommt. Wie in Spanien oder Portugal haben sich unzählige Griechen in den vergangenen Jahren mit Eigentum zugedeckt und somit für eine sichere Altersvorsorge im heizkostengünstigen Süden gesorgt - und dank dieser Politik Angela Merkel umso mehr an der Angel.

    Griechenland hat dank großzügiger Bürgschaften und Garantien aus Deutschland realtiv wenig zu befürchten. Im Gegenteil: Gläubiger werden Athen dankbar sein, ihr Soll künftig und zeitnah in Berlin einfordern zu können.

    Ich halte das Verhalten der griechischen Führung in diesem Ponzi-System für vollkommen realitätsnah.

    Zumal bereits EU-Ratspräsident Jean-Claude Junker am Wochenende anmerkte: "Wir wollen nicht, dass der Euro-Raum ohne Grund explodiert". Das klingt bedrohlich nach einem Eingeständnis einer "Blase" von höchster Stelle.

  • Konsequenz der ganzen Sache.

    Erpressbarkeit bis in alle Ewigkeit !

    In der Situation gibt es eigentlich nur eine Lösung, die ich wohl nicht nennen muß. Aber beim Dummichel habe ich so meine Bedenken.

  • Die ganze Welt ist mittlerweile zu einem Stall verkommen.
    Früher dachte ich immer, die einzigen die man nicht zwingen kann ihr Schulden zu zahlen wären die Amerikaner.
    Aber ich ahne schlimmes .......

  • Wie Finanzsystemkartenhaus zu erklären ist?
    Eure Politiker und Experten entstammen auch nur der Kaste der Dummichels.

  • Nicht so überheblich Herr Schuldirektor. Sicher gibt es keine einfache Lösung aber es muss endlich offen diksutiert werden. U.a. auch die Option, das für die "Rettung" von GRL transferierte Geld, lieber für die Entschädigung deutscher Kleinsparer zu verwenden. Weg ist es so oder so. Aber so wird wenigstens hierzulande noch konsumiert. Auch die Option die Vermögenden in GRL und sonstwo anzuzapfen. Irgendwo muss ja die ganze Kohle ja geblieben sein.

    Jedenfalls ist das Gerede von den angeblich Erfolg versprechenden Strukturreformen in GRL doch bisher nur unbelegtes dummes Beschwichtigungsgequatsche. Seit GRL in der EU ist wird dorthin Geld transferiert, mit dem Ergebnis dass die korrupten Strukturen nur immer mehr gemästet wurden. Mit der Euro-Einführung wurde dann unter den Augen der Verantwortlichen (wo war denn der kluge Euro-Gruppen Chef Juncker da?) der Turbo gezündet. Warum um Himmels Willen sollte das jetzt anders sein? Darauf zu setzen ist doch auch aberwitzigste Spekulation. Das könnte nur funktionieren, wenn die Griechen zur Abwechlung mal selbst ihren Stall ausmisten wollten, statt vom Ausland dazu gezwungen werden zu müssen. Aber nein, man sucht ja lieber einen Sündenbock, das ist bequemer.

  • Womit wir bei der Frage wären, welche Polit-/Experten-Deppen dieses Finanzsystemkartenhaus allgemein und Euro speziell, das tatsächlich einem Dynamitdepot in bewohntem Gelände gleicht, zugelassen haben und auch Verantwortung übernehmen? Also Herr Juncker, Herr Eichel nicht so bescheiden. Plaudert doch mal aus dem Nähkästchen.

    Wenn man die Köpfe und Ursachen kennt, sollte die Lösung des GRL-Problems auch einfacher fallen und man kann den ganzen euphemistisch-moarlisierenden Klimbim ("Rettung", "Solidarität" usw.) verbunden mit der Difffamierung des deutschen Retters (=Steuerzahler) als BILDblöd als Vertuschungs- und Ablenkungsmanöver entlarven und zum eigentlich Kernpunkt kommen: Schadensbegrenzung!

  • Griechenland zur Umschuldung zu zwingen wäre wie der Versuch eine Dynamitstange kontrolliert in einem Dynamitdepot im Abstand von 10cm zu den Anderen zu sprengen und zu hoffen unbeschadet aus der Sache heraus zu kommen.

  • Der Dummmichel braucht immer etwas länger.


    DIE BANKEN SEID IHR.
    BANK PLEITE, DEUTSCHAND PLEITE.

    SOO,
    und jetzt noch einmal versuchen,
    1+1 macht zwei,
    wenn ich Griechenland nicht helfe ist meine Bank pleite.
    Wenns, nicht geht, auswendig lernen.

  • Das ist leider unsere Schwäche. Wir können nicht unverschämt genug denken. Aber die deutsche Regierung sollte sich nicht täuschen, sie wird sich wundern, wie flexibel ihr Volk ist. Die nächste Wahl und Steuererklärung wird sicher einige Überraschungen bringen (neue Parteien, neue Zweitwohnsitze, Abschaffung von Propagandaverteiler wie TV und Radio usw.). So flexibel wie die deutsche Regierung Rechtsnormen wie z.B. Maastricht-Vertrag auslegt, sind wir schon lange.

  • Griechische Regierungen (konservative und linke zugleich) haben Brüssel jahrelang belogen und falsche Haushaltszahlen gemeldet. Den EURO hätte dieses Land NIE bekommen, wenn die wahre Finanzlage bekannt gewesen wäre.

    Nun sollen andere EU-Länder die Versäumnisse Griechenlands mit ihrem Steuergeld bezahlen. Meines Erachtens geht dies nicht, da dies neben Griechenland immer mehr dazu führen dürfte, dass sich europäische Politiker, insbesondere aus südeuropäischen Ländern, an den Finanzen anderer EU-Länder vergreifen. Das wäre das Ende der EU. Jedes Land muss weiterhin selbst mit dem Geld auskommen, das es auch selbst verdient. So ist dies bei jedem Bürger auch. Ich gebe auch nur das Geld aus, was ich habe und nicht das Geld anderer Leute.

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