Immenser Finanzbedarf vermutet Griechenland könnte zum Fass ohne Boden werden

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Die Regierung in Athen leiht sich regelmäßig Geld am Markt, aber nur mit kurzen Laufzeiten von bis zu einem Jahr. Vom Kapitalmarkt, auf dem Anleihen mit einer längeren Laufzeit von mehr als einem Jahr gehandelt werden, ist Griechenland dagegen abgeschnitten. Am Markt werden für zweijährige Anleihen derzeit Zinsen von etwa 25 Prozent verlangt, das ist deutlich mehr, als die Regierung in Athen bezahlen kann.

Die Spekulationen über eine Umschuldung Griechenlands hatten zuletzt wieder zugenommen - auch angeheizt durch ein Geheimtreffen europäischer Finanzminister am vergangenen Freitag in Luxemburg.

Das sorgt inzwischen für eine lebhafte Debatte über das Euro-Krisenmanagement der EU. "Statt eines Geheimtreffens, das die Unsicherheit anheizt, brauchen wir eine Entscheidung zu Griechenland", sagte der Vorsitzende der Liberalen im Europaparlament, der Belgier Guy Verhofstadt.

Die Grünen machten vor diesem Hintergrund die Bundesregierung für die erneute Verschärfung der Griechenland-Krise mitverantwortlich. Die geheim gehaltene Minister-Zusammenkunft sei ein "grandioser Schlag ins Kontor", sagte der europapolitische Sprecher der Grünen-Bundestagfraktion, Manuel Sarrazin, Handelsblatt Online. Die Finanzminister hätten mit ihrem "fahrlässigen Krisenmanagement" nicht zur Lösung der Probleme des Euro und Griechenlands beigetragen. "Im Gegenteil: Durch ihre gescheiterte Geheimhaltungspolitik hat sich die Situation verschärft", kritisierte der Grünen-Politiker. "Peinlich für Merkel und Schäuble, dass offenbar Berlin gesungen hat."

Das Luxemburger Minister-Treffen hatte auch eine Debatte über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung ausgelöst. Die Runde hatte auch eine Umschuldung des krisengeschüttelten Eurolandes ausgeschlossen.

Verhofstadt, der lange Premierminister Belgiens war, forderte niedrigere Zinsen für die Hilfskredite von 110 Milliarden Euro, die Athen vor einem Jahr von Europartnern und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) eingeräumt wurden. "Wenn Griechenland und Irland weitere Reformen durchsetzen, können wir mit einer Verminderung der Zinssätze helfen."

Verhofstadt sprach sich auch für längere Rückzahlungsfristen für Griechenland aus. Das Europaparlament hat bei der Gewährung von Hilfskrediten an Euroländer keine unmittelbaren Kompetenzen. Es entscheiden die Euroländer und der IWF.

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24 Kommentare zu "Immenser Finanzbedarf vermutet: Griechenland könnte zum Fass ohne Boden werden"

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  • Papandreou vs. Merkel: 10:0

    Regierungschef Giorgos Papandreou agiert äußerst klug.

    FTD zitiert 'Eurokreise': "Die politische Spitze des Landes ist sich offenbar der Brisanz der Lage für Griechenland und die gesamte Eurozone nicht bewusst."

    Das sehe ich völlig anders:
    Warum noch das Tafelsilber verkaufen, wenn das System ohnehin zum Zusammenbruch steht?

    Der Mann hat maximal für sein Volk herausgeholt. Während hiesige Arbeitnehmer mit dem Titel "XXL-Vizeexportweltmeister abgespeist werden, hat Papandreou sein Volk mit rund 150.000 Euronen aus Brüssel Extra-Zulage beglückt. Das nenne ich soziale Politik, die beim Volk ankommt. Wie in Spanien oder Portugal haben sich unzählige Griechen in den vergangenen Jahren mit Eigentum zugedeckt und somit für eine sichere Altersvorsorge im heizkostengünstigen Süden gesorgt - und dank dieser Politik Angela Merkel umso mehr an der Angel.

    Griechenland hat dank großzügiger Bürgschaften und Garantien aus Deutschland realtiv wenig zu befürchten. Im Gegenteil: Gläubiger werden Athen dankbar sein, ihr Soll künftig und zeitnah in Berlin einfordern zu können.

    Ich halte das Verhalten der griechischen Führung in diesem Ponzi-System für vollkommen realitätsnah.

    Zumal bereits EU-Ratspräsident Jean-Claude Junker am Wochenende anmerkte: "Wir wollen nicht, dass der Euro-Raum ohne Grund explodiert". Das klingt bedrohlich nach einem Eingeständnis einer "Blase" von höchster Stelle.

  • Konsequenz der ganzen Sache.

    Erpressbarkeit bis in alle Ewigkeit !

    In der Situation gibt es eigentlich nur eine Lösung, die ich wohl nicht nennen muß. Aber beim Dummichel habe ich so meine Bedenken.

  • Die ganze Welt ist mittlerweile zu einem Stall verkommen.
    Früher dachte ich immer, die einzigen die man nicht zwingen kann ihr Schulden zu zahlen wären die Amerikaner.
    Aber ich ahne schlimmes .......

  • Wie Finanzsystemkartenhaus zu erklären ist?
    Eure Politiker und Experten entstammen auch nur der Kaste der Dummichels.

  • Nicht so überheblich Herr Schuldirektor. Sicher gibt es keine einfache Lösung aber es muss endlich offen diksutiert werden. U.a. auch die Option, das für die "Rettung" von GRL transferierte Geld, lieber für die Entschädigung deutscher Kleinsparer zu verwenden. Weg ist es so oder so. Aber so wird wenigstens hierzulande noch konsumiert. Auch die Option die Vermögenden in GRL und sonstwo anzuzapfen. Irgendwo muss ja die ganze Kohle ja geblieben sein.

    Jedenfalls ist das Gerede von den angeblich Erfolg versprechenden Strukturreformen in GRL doch bisher nur unbelegtes dummes Beschwichtigungsgequatsche. Seit GRL in der EU ist wird dorthin Geld transferiert, mit dem Ergebnis dass die korrupten Strukturen nur immer mehr gemästet wurden. Mit der Euro-Einführung wurde dann unter den Augen der Verantwortlichen (wo war denn der kluge Euro-Gruppen Chef Juncker da?) der Turbo gezündet. Warum um Himmels Willen sollte das jetzt anders sein? Darauf zu setzen ist doch auch aberwitzigste Spekulation. Das könnte nur funktionieren, wenn die Griechen zur Abwechlung mal selbst ihren Stall ausmisten wollten, statt vom Ausland dazu gezwungen werden zu müssen. Aber nein, man sucht ja lieber einen Sündenbock, das ist bequemer.

  • Womit wir bei der Frage wären, welche Polit-/Experten-Deppen dieses Finanzsystemkartenhaus allgemein und Euro speziell, das tatsächlich einem Dynamitdepot in bewohntem Gelände gleicht, zugelassen haben und auch Verantwortung übernehmen? Also Herr Juncker, Herr Eichel nicht so bescheiden. Plaudert doch mal aus dem Nähkästchen.

    Wenn man die Köpfe und Ursachen kennt, sollte die Lösung des GRL-Problems auch einfacher fallen und man kann den ganzen euphemistisch-moarlisierenden Klimbim ("Rettung", "Solidarität" usw.) verbunden mit der Difffamierung des deutschen Retters (=Steuerzahler) als BILDblöd als Vertuschungs- und Ablenkungsmanöver entlarven und zum eigentlich Kernpunkt kommen: Schadensbegrenzung!

  • Griechenland zur Umschuldung zu zwingen wäre wie der Versuch eine Dynamitstange kontrolliert in einem Dynamitdepot im Abstand von 10cm zu den Anderen zu sprengen und zu hoffen unbeschadet aus der Sache heraus zu kommen.

  • Der Dummmichel braucht immer etwas länger.


    DIE BANKEN SEID IHR.
    BANK PLEITE, DEUTSCHAND PLEITE.

    SOO,
    und jetzt noch einmal versuchen,
    1+1 macht zwei,
    wenn ich Griechenland nicht helfe ist meine Bank pleite.
    Wenns, nicht geht, auswendig lernen.

  • Das ist leider unsere Schwäche. Wir können nicht unverschämt genug denken. Aber die deutsche Regierung sollte sich nicht täuschen, sie wird sich wundern, wie flexibel ihr Volk ist. Die nächste Wahl und Steuererklärung wird sicher einige Überraschungen bringen (neue Parteien, neue Zweitwohnsitze, Abschaffung von Propagandaverteiler wie TV und Radio usw.). So flexibel wie die deutsche Regierung Rechtsnormen wie z.B. Maastricht-Vertrag auslegt, sind wir schon lange.

  • Griechische Regierungen (konservative und linke zugleich) haben Brüssel jahrelang belogen und falsche Haushaltszahlen gemeldet. Den EURO hätte dieses Land NIE bekommen, wenn die wahre Finanzlage bekannt gewesen wäre.

    Nun sollen andere EU-Länder die Versäumnisse Griechenlands mit ihrem Steuergeld bezahlen. Meines Erachtens geht dies nicht, da dies neben Griechenland immer mehr dazu führen dürfte, dass sich europäische Politiker, insbesondere aus südeuropäischen Ländern, an den Finanzen anderer EU-Länder vergreifen. Das wäre das Ende der EU. Jedes Land muss weiterhin selbst mit dem Geld auskommen, das es auch selbst verdient. So ist dies bei jedem Bürger auch. Ich gebe auch nur das Geld aus, was ich habe und nicht das Geld anderer Leute.

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