Immobilienkrise
Bush schnürt Hilfspaket für Hypothekenschuldner

Angesichts der Krise auf dem US-Immobilienmarkt hat US-Präsident George W. Bush am Freitag in Washington ein Hilfspaket für Hypothekenschuldner angekündigt. Finanzexperten erklärten jedoch, die Schritte würden zunächst wohl kaum Pleiten verhindern können. Dennoch hatten die US-Börsen schon im Vorfeld von der Rede profitiert.

HB WASHINGTON. Die Regierung werde ein Umschuldungsprogramm für Hauseigentümer mit guter Kreditgeschichte starten, aber aktuell Zahlungsprobleme hätten, sagte Bush. „Das bedeutet, dass viele Familien, denen es gerade schlecht geht, nun ihre Kredite umschulden, ihre monatliche Zahlungen leisten und ihre Häuser behalten können“, so Bush. Zudem rief er den Kongress auf, seine Gesetzesvorlage vom vergangenen Jahr zur Reform der staatlich organisierten Hypothekenversicherung für Kreditnehmer zu beschließen. Auch werde die Regierung mit dem von den oppositionellen Demokraten kontrollierten Parlament zusammenarbeiten, um durch Änderungen der Steuergesetze Refinanzierungen von Hypotheken zu erleichtern.

„Ich glaube nicht, dass er einen Rettungsplan entwirft“, kommentierte Analyst Richard Steinberg von Steinberg Global Asset Management. „Es geht mehr um die Botschaft. Das ist mehr Pomp.“

Der Präsident erteilte jedoch Hoffnungen der Kreditbranche auf staatliche Hilfen eine Absage. Die Rolle der Regierung sei begrenzt. „Eine Rettungsaktion des Bundes für Kreditgeber würde nur einer Wiederholung des Problems Vorschub leisten“, erklärte Bush. Ähnlich hatte sich der Chef der Zentralbank Fed, Ben Bernanke, geäußert. Dies belastete zwischenzeitlich die Börsen in New York.

Gleichzeitig versuchte Bush, die Sorgen vor einer Rezession einzudämmen. „Die jüngsten Störungen in der Branche für zweitklassig besicherte Hypotheken sind bescheiden. Sie sind bescheiden im Vergleich zu der Größe unserer Wirtschaft.“

Bernanke sagte, die Fed sei zu weiteren Schritten bereit, um die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft zu begrenzen. „Entwicklungen auf den Finanzmärkten können weitreichende wirtschaftliche Effekte haben“, erklärte der Fed-Präsident. „Und die Federal Reserve muss diese Effekte berücksichtigen, wenn sie ihre Politik bestimmt.“ Sie müsse aber nicht Investoren und Kreditgeber vor deren eigenen Fehler schützen.

Hintergrund der Krise war die Vergabe von kaum gesicherten Immobilienkrediten an Hauskäufer, die sich solche Kredite eigentlich nicht leisten konnten. Steigende Zinsbelastungen und sinkende Immobilienwerte haben dazu geführt, dass viele Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden konnten.

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