Immunität aufgehoben
Pinochet soll sich Foltervorwürfen stellen

Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet soll erstmals auch wegen Foltervorwürfen zur Rechenschaft gezogen werden.

HB SANTIAGO DE CHILE. Das Oberste Gericht in Santiago bestätigte am Freitag die Aufhebung seiner Immunität gegen Strafverfolgung im Zusammenhang mit dem berüchtigten früheren Folterlager Villa Grimaldi. In dem Strafverfahren geht es um Mitschuld des 90-Jährigen an der Verschleppung von 36 Menschen und an Folter in 23 Fällen während der Diktatur zwischen 1973 und 1990.

In dem früheren Landhaus im Osten von Santiago hat Pinochets Geheimpolizei Dina nach offiziellen Angaben mindestens 226 Menschen umgebracht und etwa 4 500 gefoltert oder misshandelt, darunter auch die heutige Präsidentin Michelle Bachelet und deren Mutter. Insgesamt wurden während der Diktaturjahre Schätzungen zufolge in ganz Chile etwa 3 500 Menschen umgebracht.

Es war bereits das fünfte Mal, dass Pinochet die Immunität entzogen wurde, die ihm als früherer Staatschef zusteht. In den anderen Fällen ging es um die Ermordung von Regimegegnern und um mutmaßliche Korruption und Steuerhinterziehung.

Lange Zeit war Pinochet der Anklagebank jedoch entgangen, weil er wegen Altersgebrechen für verhandlungsunfähig angesehen wurde. Nach weiteren medizinischen Gutachten wurde er im vergangenen Jahr dann aber doch für verhandlungsfähig erklärt. Am weitesten fortgeschritten sind die Verfahren im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung.

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