Importquoten für weitere Produkte ausgeschöpft
China peilt ein Drittel des EU-Textilmarktes an

Unbeeindruckt vom Streit um die EU-Einfuhrquoten will China in den kommenden zwei Jahren seinen Anteil am europäischen Textilmarkt auf ein Drittel ausbauen. Das teilte das Handelsministerium am Montag in Peking mit. Handelsexperten der Europäischen Kommission reisen morgen zu Gesprächen über die Krise um Textilquoten nach China. Abhängig vom Ausgang des Treffens soll am Donnerstag der EU-Handelsausschuss mit Vertretern der EU-Staaten zusammenkommen.

HB PEKING. Unterdessen nehmen die Probleme wegen der von der EU und China im Juni beschlossenen Einfuhrquoten für Textilien aus China weiter zu. Nach Pullovern, Hosen und Blusen dürfen seit Montagmittag auch keine T-Shirts, Büstenhalter und Leinenstoffe mehr importiert werden, teilte die Kommission mit. Die Quoten, die ursprünglich bis zum Jahresende ausreichen sollten, sind erschöpft. In den kommenden Tagen werden auch die erlaubten Mengen an Kleidern und Bettwäsche ausgereizt sein.

Chinesischen Angaben zufolge sind die Textileinfuhren in die EU im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 130 Prozent auf 8,7 Mrd. Dollar gestiegen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden zwanzigmal mehr Hosen aus China eingeführt als Anfang 2004. Lag der Marktanteil bei den zehn Produktgruppen mit Importquote im vergangenen Jahr noch bei 12,4 Prozent, soll er nach dem Willen der chinesischen Regierung bis zum Jahr 2007 auf 31,4 Prozent steigen.

Südeuropäische Länder, die um ihre heimische Textilproduktion fürchteten, drängten die Europäische Union Mitte Juni auf Wiedereinführung der Quoten. Die EU einigte sich mit China auf Beschränkungen für zehn Produktkategorien. Wenige Tage später waren die ersten Kontingente bereits erschöpft.

Für Deutschland ist China schon heute größter Textillieferant vor der Türkei. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte in der vergangenen Woche EU-Kommissions-Vize Günter Verheugen und EU-Handelskommissar Peter Mandelson aufgefordert, zuvor abgeschlossene Verträge nicht auf die Quoten anzurechnen. Die EU ist jedoch gespalten zwischen den Befürwortern der Quoten wie Italien, Spanien sowie Portugal und den Gegnern, zu denen Schweden, Deutschland und Dänemark gehören.

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