Importstopp auch für Rumänien
Tödliches Virus erreicht Europa

Eine auch für den Menschen tödliche Variante des Vogelgrippe-Virus hat die Grenzen Europas erreicht. Die EU-Kommission warnt bereits vor einer weltweiten Grippe-Epidemie, die Millionen Menschenleben kosten könnte.

HB BRÜSSEL. Der H5N1-Virus-Stamm sei in der Türkei bestätigt worden, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Vorsorglich ging EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou zudem davon aus, dass auch ein in Rumänien aufgetretener Vogelgrippe-Erreger für den Menschen gefährlich ist. Testergebnisse wurden am Freitag erwartet. Kyprianou rief die EU-Staaten dazu auf, sich dringend auf das Virus vorzubereiten. Deutschland hat angekündigt, die Kontrollen an Flughäfen und Autobahnen zu intensivieren. Weitere Schutzmaßnahmen seien derzeit nicht erforderlich, sagte der amtierende Verbraucherschutzminister Jürgen Trittin in Berlin.

„Dies ist ein sehr aggressives Virus“, betonte Kyprianou. „Wissenschaftler warnen uns vor einer Epidemie.“ Sie könnte nach Einschätzung von Experten weltweit Millionen Menschen töten. Der in der Türkei gefundene Virus-Stamm hat in Asien seit 2003 mehr als 60 Menschen getötet und zur Schlachtung mehrerer Millionen Vögel geführt.

Normalerweise wird die Vogelgrippe nur auf Menschen übertragen, die das Fleisch der Tiere essen oder in engem Kontakt mit den infizierten Vögeln leben. Experten fürchten aber, dass sich der H5N1-Stamm so verändert, dass sich das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die Vereinten Nationen hatten kürzlich davor gewarnt, dass in diesem Fall das Leben von bis zu 150 Millionen Menschen bedroht wäre.

Das Risiko einer Übertragung des Virus nach Deutschland durch Zugvögel sei nur gering, sagte Trittin. „Mehr Sorge machen uns illegale Transporte und unvorsichtig reisende Menschen.“ Das hessische Umweltministerium kündigte an, die Kontrollen am Frankfurter Flughafen zu verstärken. Gepäck von Reisenden aus der Türkei und Rumänien werde nun gezielter überprüft.

Der Virenexperte des niederländischen Erasmus-Zentrums, Albert Osterhaus, warnte vor einer weiteren Ausbreitung des Virus. „Wenn dies durch Zugvögel eingeschleppt wurde, dann könnte auch Westeuropa treffen“, sagte er. Das Virus könne beim Grasen oder auf Ruheplätzen von Zugvögeln auf einheimische Tiere übertragen werden.

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