In 27 autoritären Regimen keinerlei Anzeichen für eine politische Liberalisierung
Bestnote für Mauritius

Der Inselstaat Mauritius ist das am besten regierte Entwicklungsland. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung in einer Studie, in der 119 Entwicklungs- und Transformationsländer und ihre Fortschritte auf dem Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft untersucht und im „Bertelsmann Transformation Index“ (BTI) 2006 klassifiziert werden.

HB BERLIN. Spitzenplätze in diesem Länder-Ranking belegen auch Chile, Botswana, Slowenien und Taiwan. Auf den hintersten Rängen landen Simbabwe, Nordkorea, die Elfenbeinküste, Turkmenistan und Somalia. Die Studie, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, wird am Donnerstag in Berlin offiziell vorgestellt.

Ziel der Bertelsmann-Studie ist es vor allem, das Kriterium der „Guten Regierungsführung“ („good governance“), das bei der Vergabe von Entwicklungshilfe seit einigen Jahren international eine immer größere Rolle spielt, mit Daten zu untermauern. In stabilen marktwirtschaftlichen Demokratien, so die Annahme, sei der Erfolg von Entwicklungshilfe am ehesten gewährleistet. Nach Angaben eines Sprechers der Stiftung kann der Bertelsmann-Index Geberländern und Entwicklungsorganisationen als Orientierungshilfe dienen.

Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die Studie begrüßt. „Deutschland ist laut Beurteilung der OECD das Land, das den Zusammenhang zwischen Entwicklungszusammenarbeit und good governance am stärksten hervorhebt“, erklärte Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Ein Beispiel dafür sei die deutsche Unterstützung für die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD), die sich für die Durchsetzung von guter Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung einsetze. Allerdings könne die gute Regierungsführung nicht das einzige Kriterium sein. „So hat uns das Beispiel Afghanistan gezeigt, dass wir auch in zerfallenden Staaten präsent sein müssen, um den völligen Staatsverfall und das Einnisten terroristischer Gruppen zu verhindern“, sagte Wieczorek-Zeul.

Die Bertelsmann-Studie kommt auch zu dem Schluss, dass die Demokratie weltweit auf dem Vormarsch sei. Mittlerweile würden 62 % der Weltbevölkerung demokratisch regiert. Der Umbruch in der Ukraine könne Ausgangspunkt für eine umfassende Dynamik des Wandels sein. In Afrika widerlegten Mauritius, Botswana, Südafrika und Ghana durch gutes politisches Management die These vom „verlorenen Kontinent“. Russland dagegen zähle zu den „defekten Demokratien“, die weitere Transformationsfortschritte vermissen ließen. In 27 autoritären Regimen - unter ihnen China, Vietnam, Ägypten, Iran, Libyen, Sudan und Kuba - gebe es keinerlei Anzeichen für eine politische Liberalisierung.

Die zehn Bestplatzierten des BTI-Management-Index:
1. Mauritius
2. Chile
3. Botswana
4. Slowenien
5. Taiwan
6. Slowakei
7. Estland
8. Südkorea
9. Litauen10.Tschechien

Die zehn Schlechtestplatzierten:
109. Kongo
110. Togo
111. Eritrea
112. Usbekistan
113. Burma
114. Simbabwe
115. Nordkorea
116. Elfenbeinküste
117. Turkmenistan
118. Somalia

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