In drei Sonderfällen

Chiles Verfassungsgericht entkriminalisiert Abtreibungen

Konservative Oppositionspolitiker sind gegen eine beschlossene Lockerung des Abtreibungsgesetzes in Chile vorgegangen. Doch nun hat ein Verfassungsgerecht geurteilt, die Legalisierung ist in bestimmten Fällen rechtens.
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Etliche Demonstranten sind für die Lockerung des Gesetztes auf die Straße gegangen. Quelle: Reuters
Befürworter einer Lockerung des Abtreibungsgesetzes

Etliche Demonstranten sind für die Lockerung des Gesetztes auf die Straße gegangen.

(Foto: Reuters)

Santiago de ChileChiles Verfassungsgericht hat für die Legalisierung von Abtreibungen in bestimmten Fällen grünes Licht gegeben. Konservative Oppositionspolitiker hatten die vom Parlament beschlossene Lockerung des Abtreibungsgesetzes vor dem Verfassungsgericht beanstandet.

Das Urteil vom Montag bestätigt die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsunterbrechungen in drei Sonderfällen: bei Lebensgefahr für die Mutter, keiner Überlebenschance für das Baby und Vergewaltigung.

„Hiermit haben wir, die Frauen Chiles, ein Grundrecht wiedergewonnen, um vor extremen Fällen selbst entscheiden zu können“, erklärte die sozialistische Staatschefin Michelle Bachelet nach Bekanntgabe des Richterspruchs.

Die Vorlage war vor über zwei Jahren von der Präsidentin im Parlament eingereicht worden. Die jetzt liberalisierte Gesetzgebung stammte noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur (1973-1990) und galt als eine der restriktivsten der Welt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden in Chile jährlich 33 000 illegale Abtreibungen durchgeführt.

  • dpa
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