In Japan
Kennedy-Tochter wird US-Botschafterin

Das Hause Kennedy rückt der Macht wieder ein Stückchen näher. US-Präsident Obama möchte John F. Kennedys Tochter Caroline zur Botschafterin in Japan machen. Der Posten ist besonders prestigeträchtig.
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WashingtonCaroline Kennedy, die Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, soll neue Botschafterin der USA in Japan werden. Präsident Barack Obama schlug die 55-jährige Juristin am Mittwoch für den prestigeträchtigen Posten vor. Der Senat muss der Nominierung noch zustimmen. Caroline Kennedy und ihr verstorbener Onkel Senator Edward Kennedy gehörten 2008 zu den ersten prominenten Demokraten, die Obamas Bewerbung für das Präsidentenamt unterstützten.

Japan ist ein besonders wichtiger und enger Verbündeter der USA. Deshalb wurden in früheren Jahren prominente Politiker als Botschafter nach Tokio geschickt wie der einstige Vizepräsident Walter Mondale. Die japanische Regierung begrüßte die Nominierung Kennedys. Dass sie keine Erfahrung auf dem diplomatischen Parkett habe, sei kein Problem, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. Viel wichtiger sei, dass sie das Ohr des Präsidenten habe.

Der Kennedy-Clan verkörpert wie keine zweite prominente Familie Glanz, Elend und Skandale der US-Geschichte im 20. Jahrhundert. Carolines Großvater Joseph P. Kennedy machte an der Börse ein Vermögen und verdiente in der Prohibitionszeit Millionen mit dem Brennen und Schmuggeln von Alkohol. 1937 wurde er US-Botschafter in London. Dort vertrat er die Einschätzung, dass von Hitler-Deutschland keine Gefahr ausgehe. Sein erstgeborener Sohn Joseph Patrick, der von ihm für das Präsidentenamt vorgesehen war, fiel im Zweiten Weltkrieg. John Fitzgerald Kennedy, zweitgeborener Sohn und Kriegsheld, wurde 1960 als erster Katholik zum Präsidenten gewählt und 1963 in Dallas ermordet. Auch Senator Robert Kennedy, der seinem Bruder als Justizminister diente, kam bei einem Attentat ums Leben. Edward Kennedy, der jüngste der vier Brüder, musste nach einem von ihm verursachten tödlichen Verkehrsunfall seine Ambitionen auf das Präsidentenamt aufgeben. Der 2009 gestorbene Repräsentant des linken Flügels der Demokraten rückte 1962 für seinen Bruder John in den Senat nach. Nach seiner ersten regulären Wahl 1964 wurde er sieben Mal wiedergewählt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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