In Russland auf der Suche
Geheimdienst: Iran will Atombomben-Material kaufen

Einem Geheimdienstbericht zufolge will der Iran in Russland Deuterium kaufen, das als Explosionsverstärker für Atombomben genutzt werden kann.

HB WIEN/BERLIN. Der von Diplomaten verbreitete Bericht zitiert „informierte russische Kreise“. Diplomaten bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sagten am Mittwoch jedoch, der Erwerb von Deuterium allein sei kein Beweis für die Absicht, Atomwaffen zu bauen. Die USA werfen dem Iran vor, er nutze sein ziviles Atomprogramm, um sein Streben nach Atomwaffen zu verbergen. Bundesaußenminister Joschka Fischer appellierte an die Regierung in Teheran, im Streit über das Atomprogramm wieder auf die Staatengemeinschaft zuzugehen. Am Donnerstag wollen Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens mit iranischen Gesandten in Paris beraten.

Deuterium wird in der Medizin und Biochemie als so genanntes Tracer-Molekül zur Markierung und in Schwer-Wasser-Reaktoren genutzt, wie der Iran sie baut. Deuterium kann aber auch mit Tritium kombiniert und als Verstärker in Atombomben eingesetzt werden.

„Die Verhandlungen iranischer Mittelsmänner zum Kauf von Deuterium-Gas in Russland sind fortgeschritten“, hieß es in dem zweiseitigen Bericht. Der Irak habe mit Hilfe russischer Forscher versucht, Deuterium-Tritium-Gas zu produzieren, sei dabei aber bislang gescheitert.

Der Erwerb von Deuterium ist nicht illegal. Wegen der Verwendungsmöglichkeit für zivile und militärische Zwecke sollte er aber der IAEA, einer Organisation der Vereinten Nationen (UN) gemeldet werden. Das habe der Iran nicht getan, sagte der Diplomat, der Reuters den Bericht aushändigte. „Der Iran muss wissen, dass er darunter zu leiden haben wird, wenn er in den Besitz von Atomwaffen gelangt.“ Diplomaten bei der IAEA mahnten zur Vorsicht und sagten, der Bericht sei anscheinend verfasst worden, um diejenigen Staaten zu überzeugen, die nicht der Auffassung sind, der Iran strebe nach Atomwaffen. Die USA und andere Staaten drängen die IAEA, das an den UN-Sicherheitsrat zu berichten, der dann Sanktionen gegen das Land verhängen könnte.

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