In Umfragen führt Konkurrent Kerry mit Abstand
US-Wahl: Kampagne Deans vor dem Ende

Die Gesichtszüge sind nicht mehr so verspannt, der Ton ist konzilianter geworden: Der demokratische Präsidentschaftskandidat Howard Dean hat den Biss der vergangenen Wochen abgelegt. „John Kerry ist ein feiner Mann“, sagte Dean bei der letzten Fernseh-Debatte am Sonntagabend über seinen Konkurrenten.

WASHINGTON. „Selbstverständlich unterstütze ich ihn, wenn er der Herausforderer von George W. Bush wird.“ Leise Resignation schwingt da mit. Auch wenn Dean bei den heutigen Vorwahlen in Wisconsin offiziell noch einmal alles auf eine Karte setzt: Tief in seinem Inneren habe er den großen Traum vom Einzug ins Weiße Haus bereits abgehakt, heißt es in seinem Umfeld.

Nach neuesten Umfragen liegt Dean in Wisconsin 24 Prozentpunkte hinter dem führenden Kerry. Deans Wahlkampf-Manager Steven Gross-man ging gestern von Bord, nachdem er zuvor seine Sympathien für Kerry bekundet hatte. Wenige Wochen zuvor hatte bereits der legendäre Organisator Joe Trippi den Laufpass bekommen. Dass Dean nach der 17. Niederlage im 17. Rennen hinschmeißen wird, ist unter seinen Beratern ein offenes Geheimnis. Nur der Zeitpunkt und die Modalitäten sind noch unklar.

Es wäre das Ende einer spektakulären politischen Achterbahn-Fahrt. Als der frisch gebackene Präsidentschaftskandidat im vergangenen Sommer durch die USA reiste, elektrisierte er die Basis der Demokraten. Egal ob in Seattle, Chicago oder New York: Wo immer der frühere Gouverneur von Vermont auftauchte, warteten bis zu 20 000 Menschen auf ihn. Dean war zur damaligen Zeit der einzige Kandidat der Demokraten, der Bush massiv attackierte – vor allem beim Irak-Krieg. Die meisten seiner Mitbewerber wie John Kerry, John Edwards, Joe Lieberman oder Richard Gephardt hatten im Kongress für den Militär-Einsatz gestimmt.

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