In US-Zeitung
Jemens Präsident Hadi warnt vor Iran

Jemens geflohenes Staatsoberhaupt Hadi sieht in den Huthi-Rebellen die nächste Hisbollah von Teherans Gnaden. Erstmals gibt es aber auch vorsichtige Hoffnungen auf eine politische Lösung der Jemen-Krise.
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Riad/New YorkDer jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hat in einem Gastkommentar in der „New York Times“ zu weiteren Militäraktionen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen in seinem Land aufgerufen. „Wenn die Huthis nicht gestoppt werden, wird aus ihnen die nächste Hisbollah, vom Iran dazu bestimmt, die Menschen in der Region und darüber hinaus zu bedrohen“, schrieb Hadi unter Anspielung auf die proiranische Hisbollah-Bewegung im Libanon.

Hisbollah-Milizen kämpfen im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Präsident Baschar al-Assad - ebenfalls ein Verbündeter des Irans. Der jemenitische Präsident ist vor dem Krieg in seiner Heimat nach Saudi-Arabien geflohen. Der Beitrag erschien am Montag in der Print-Ausgabe der „New York Times“. Am Tag davor vereidigte er in der jemenitischen Botschaft in Riad den ehemaligen Ministerpräsidenten Chaled Bahah als Vizepräsidenten.

„Die Öltransporte durch das Rote Meer, von denen der Großteil der Welt abhängt, werden infrage gestellt, und Al-Kaida und andere Gruppen werden aufblühen“, gab Hadi in dem Gastkommentar für die „New York Times“ zu bedenken. Die Meerenge Bab al-Mandab an der Südspitze Jemens kontrolliert den Zugang zum Golf von Suez und damit zum Suezkanal, der an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt liegt.

Im Jemen kämpfen die Huthi-Rebellen aus dem Norden des Landes gegen die Anhänger Hadis. Ein von Saudi-Arabien geführtes arabisches Militärbündnis fliegt seit mehr als zwei Wochen Luftangriffe gegen die Huthis. Diese gehören einer lokalen schiitischen Sekte an. Der Iran dürfte sie mit Geld und Waffen unterstützen, hat aber über sie - anders als etwa wie über die Hisbollah - keine operative Kontrolle.

Die Ernennung Bahahs zum Vizepräsidenten werteten Beobachter als ein Manöver, das eine politische Lösung erleichtern könnte. Bahah, der im Januar seinen Rücktritt erklärt hatte, gilt als ein Politiker, der über die Lagergrenzen hinweg akzeptabel erscheint. Hadi ist wiederum nach seiner Flucht selbst in den Augen jener, die gegen die Huthis kämpfen, diskreditiert.

Der nächste Schritt könnte die Bildung eines Präsidialrates unter Führung des neuen Vizepräsidenten Bahah sein, meinte der Politologe Nabil Schurdschabi in Sanaa. „Darüber, dass Hadis Rückkehr in den Jemen keine realistische Option darstellt, herrscht weitgehender Konsens“, fügte er hinzu.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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