Indien Das Modi-Experiment droht zu scheitern

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Bargeldlose Gesellschaft bleibt eine Vision
Wie Währungen zu ihren Namen kamen
Dollar
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Wer hätt's gedacht: Das Wort „Dollar“ hat seinen Ursprung im Deutschen. Genauer, im niederdeutschen Wort „Daler“, Synonym zur bekannteren Münzbezeichnung „Taler“. Diese wiederum leitet sich tatsächlich von einem realen Tal ab, dem Joachimstal (heute Jáchymov/Tschechien) nämlich, wo der böhmische Guldengroschen geprägt wurde. Neben den USA zahlen auch Australien, Kanada, die Fidschi-Inseln, Neuseeland und Singapur in Dollar.

Peso
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„Peso“ bedeutet auf spanisch schlicht Gewicht. Das heutige Dollarzeichen „$“ stand ursprünglich für den spanisch-mexikanischen Peso.

Lira
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Das Wort „Lira“, frühere Währung Italiens und heute noch als „türkische Lira“ Zahlungsmittel in der Türkei, leitet sich vom lateinischen „libra“ und bedeutet „Pfund“.

Mark
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Sowohl die (gute, alte) deutsche Mark, als auch die finnische Markka gingen mit ihrem Namen auf eine mittelalterliche Gewichtseinheit zurück. Traditionell betrug diese ein halbes Pfund.

Rial
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Im Wortsinne „königlich“ ist der Ursprung des Rial, mit dem man in Saudi-Arabien, Katar, im Jemen sowie im Iran (Foto) bezahlt. Denn „Rial“ bedeutet übersetzt „royal“ – und war bis zur Einführung des Euro auch im spanischen „Real“ zu finden.

Rand
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Wie der Dollar hat auch der Rand aus Südafrika seinen Namen von einer rohstoffreichen Region erhalten. Genauer handelt es sich dabei um die afrikanische Region Witwatersrand um Johannesburg, die für reiche Goldvorkommen bekannt ist.

Yuan, Yen und Won
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Ein Zeichen, drei Sprechweisen: Die Währungen der Länder China, Japan und Korea besetzen in allen drei Sprachen dasselbe Zeichen, das jedoch unterschiedlich ausgesprochen wird. Die Bedeutung: „rund“ oder „runde Münze“.

Doch dieser Bonus wird nun vermutlich gering ausfallen – und damit auch die Möglichkeit, die durch den Bargeldmangel ausgebremste Wirtschaft mit einem Konjunkturpaket wieder in Schwung zu bringen.

Der Nikkei Einkaufsmanagerindex ist auf den tiefsten Stand seit Oktober 2013 abgerutscht. „Der Index zeigt, dass die Auswirkungen der Reform auf Wirtschaftsaktivität signifikant ist, wenn auch nicht katastrophal”, kommentiert Shilan Shah, Indien-Ökonom beim Beratungsunternehmen Capital Economics. Ökonomen rechnen laut einer Bloomberg-Umfrage im Durchschnitt nur noch mit einem Wachstum von 6,8 Prozent im aktuellen Haushaltsjahr. Die Prognose liegt damit rund ein Prozent niedriger als vor der Reform.

Noch ist die Hoffnung jedoch nicht verloren: Die Reform sei eben typisch indisch gewesen, meint Pranjul Bhandari, Chefökonom für Indien der britischen Großbank HSBC. „Es ist zunächst eine unperfekte Reform implementiert worden. Der Erfolg wird nun von den kommenden Maßnahmen abhängen.” Wenn es der indischen Regierung gelinge, auch auf dem Land das digitale Bezahlen zu etablieren, wären die Vorteile immens. „Dann würde Schattenwirtschaft in die formelle Wirtschaft übergehen.”

Auch ein anderer von der Regierung gewünschter Effekt zeigt sich: Die Banken versuchen, dass reichlich eingezahlte Kapital wieder als frische Darlehen weiterzugeben und senken dafür ihre Zinsen – die öffentlichen Banken wurden von Modi dazu auch explizit aufgefordert. Theoretisch könnte damit das in einem historischen tief liegende Kreditwachstum wieder ansteigen lassen und die Konjunktur unterstützen. Doch Analysten haben Zweifel, ob dieser Effekt tatsächlich eintreten wird. „Wir glauben, das wird nur ein temporäres Phänomen sein”, kommentiert Kunal Kumar Kundu, Indien-Volkswirt bei der Société Générale. Sobald wieder mehr Bargeld vorhanden sei, würden die Inder das Geld von ihren Konten wieder abziehen.

Und das werden sie vermutlich: Denn die von Modi gewünschte bargeldlose Gesellschaft bleibt weiterhin eine Vision. Zwar wurde eine zum Jahreswechsel vom Staat herausgebrachte App für digitales Bezahlen bereits zehn Millionen mal heruntergeladen und private digitale Bezahlanbieter verzeichnen immense Zuwächse – allein das indische Fintech-Unternehmen PayTM hat seit der Reform rund 14 Millionen neue Kunden gewonnen. Darunter fallen allerdings vor allem junge Inder in den Großstädten, die sich schnell anpassen können. Viele von ihnen sehen Modis Kahlschlag auch weiterhin als die mutige Reform eines Visionärs an.

Doch bei der ärmeren Landbevölkerung könnte die Unterstützung bald schwinden. Ein Großteil von ihnen wird langfristig weiterhin auf Bargeld-Zahlungen angewiesen sein. Sie können sich Smartphones oder Kartenlesegeräte einfach nicht leisten. Sollten ihnen die Geduld ausgehen, haben viele von ihnen bald die Möglichkeit, es Modi und seiner Partei heimzuzahlen: Im Februar beginnen im größten indischen Bundesstaat Uttar Pradesh die Parlamentswahlen.

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4 Kommentare zu "Indien: Das Modi-Experiment droht zu scheitern"

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  • @Grutte Pier
    Richtig, die Bargeldabschaffung ist deswegen unwahrscheinlich, weil dann den gerade neu angeheuerten Drogendealern aus Narabien und Nafrika die Geschäftsgrundlage entzogen würde und die dann aufmucken. Die sollen ja die Mutti-Partei wählen und dürfen nicht verärgert werden.

  • Bargeld ist geruckte Freiheit - jede Einschränkung des Bargeldverkehrs (aus Gründen wie "Terrorbekämpfung", "Korruptionsbekämpfung" o.ä.) ist nichts anderes als ein Ablenkmanöver und muss verhindert werden.

    Das wissen sogar die "Flüchtlinge" und FORDERN daher Bargeld statt Sachleistungen:
    http://www.taz.de/picture/262331/948/asyl976.20110621-18.jpg

    Der €uro als Währung ist trotzdem Schrott und muss weg.........

  • Nur Bares ist Wahres, aus dem Briefkasten natürlich.

  • Nicht nur Modi ist gescheitert, sondern auch USAID mit dem Projekt "Catalyst" und der Studie "Beyond Cash". Zumindest in Indien, aber in Europa klappt das bestimmt, da hat man ja den richtigen Mann in der Notenbank.

    https://www.usaid.gov/india/press-releases/oct-14-2016-usaid-launches-catalyst-drive-cashless-payments-india

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