Indien
Pakistans Armee soll sich an Bombay-Anschlägen beteiligt haben

Indische Zeitungen berichten über angebliche Beweise für eine Beteiligung der pakistanischen Armee an den Anschlägen von Bombay mit mehr als 170 Toten. Indien räumt unterdessen Pannen beim Vorgehen gegen die Terroristen ein.

HB NEU DELHI. Beweise dafür, dass Pakistans Armee an den Anschlägen in Bombay beteiligt gewesen sei, lägen der Regierung vor und kämen teilweise vom US-Bundeskriminalamt FBI, berichteten die Zeitungen am Freitag. Die „Times of India“ schrieb unter Berufung auf indische Geheimdienstkreise, die Beteiligung des pakistanischen Militärgeheimdienstes ISI sei erwiesen. Die Ausbilder der Attentäter gehörten dem ISI an.

Lediglich einer der Attentäter konnte verhaftet werden. Neun weitere wurden getötet. Wie viele entkamen, ist unklar. Der Verhaftete habe ausgesagt, in den vergangenen anderthalb Jahren an vier Schulungen in Ausbildungslagern in Pakistan teilgenommen zu haben, berichtete die Zeitung „Mail Today“. Er gehöre der Lashkar-e-Taiba-Gruppe an, der bereits mehrere Anschläge in Indien zur Last gelegt werden. Die islamistische Gruppe kämpft gegen die indische Herrschaft im umstrittenen Kaschmir-Gebiet. Ihr wurden in der Vergangenheit Beziehungen zum pakistanischen Geheimdienst nachgesagt.

Die Beziehungen zwischen den Erzrivalen und Atommächten Indien und Pakistan haben nach den Anschlägen von Bombay einen neuen Tiefpunkt erreicht. Indien vermutet die Urheber in Pakistan und verlangt die Auslieferung von 20 Verdächtigen. Die Krise beeinträchtigt auch die Bemühungen zur Stabilisierung des ebenfalls an Pakistan grenzenden Afghanistans, wo sich islamische Gruppen Kämpfe mit Nato- und US-Truppen sowie der afghanischen Armee liefern.

Indien räumte im Zusammenhang mit der Anschlagserie in Bombay Pannen bei seinen Sicherheitsdiensten ein. „Ich würde nicht ehrlich sein, wenn ich behaupte würde, es habe keine Fehler gegeben“, sagte der neue Innenminister Palaniappan Chidambaram am Freitag. Untersuchungen liefen, um die Mängel abzustellen. Die Anschläge in der Finanzmetropole haben bereits zu personellen Konsequenzen in der indischen Regierung geführt. Nach scharfer Kritik am Krisenmanagement traten am Sonntag der bisherige Innenressortchef und der Nationale Sicherheitsberater zurück.

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