Indiens größte Privatfirma aufgeteilt
Teil 5: Reliance-Erben forcieren Expansion ihrer Konzernteile

Es war ein erbittert geführter Familienkrieg, der jetzt mit der Aufspaltung von Indiens größtem privatem Konzern endet: Weil sich Mukesh und Anil Ambani nicht auf eine Arbeitsteilung im Imperium ihres vor drei Jahren verstorbenen Vaters einigen konnten, wird Reliance bis März 2006 in zwei Teile zerlegt. Damit endet eine Erfolgsgeschichte.

BOMBAY. In 47 Jahren wurde aus der kleinen Handelsfirma von Dhirubhai Ambani ein Konglomerat mit 23 Mrd. Dollar Umsatz, das von Petrochemie über Telekommunikation und Textilien bis zu Finanzdiensten alles bot und vor zwei Jahren mit dem Kauf von Trevira, der früheren Kunstfasersparte von Hoechst, auch in Deutschland auf sich aufmerksam machte.

Vergangene Woche gaben die Brüder Details der Spaltung bekannt: Reliance-Chairman Mukesh Ambani behält das alte, kapitalstarke Kerngeschäft mit Petrochemie und Gasförderung. Sein Vize Anil Ambani bekommt die neuen, schnell wachsenden Dienstleistungssparten Telekom, Stromversorgung und Finanzdienste.

So groß ist die Gruppe, dass die Teilung an ihrem Rang nicht viel ändert: Mukeshs Reliance Industries Ltd. (RIL) mit einem Umsatz von umgerechnet 13 Mrd. Euro bleibt Indiens größter privater Konzern. Gleich dahinter liegt die taufrische Holding seines Bruders, Anil Dhirubhai Ambani Enterprises.

Beide Brüder bauen ihre Unternehmen aggressiv aus. Während Anils Firmen zunächst auf den Binnenmarkt fokussiert bleiben, hegt RIL globale Ambitionen. „Wir wollen unser zu Hause erfolgreiches Integrationsmodell weltweit wiederholen“, beschreibt Executive Director Nikhil Meswani den Kurs der Petrochemie-Sparte. Meswani ist Mukeshs Cousin und enger Vertrauter. Kapazitätserweiterungen und Auslandsakquisitionen sollen RIL zu einem „globalen Energieriesen“ machen und jährlich 15 Prozent Umsatzwachstum sichern. Ersatz für die verlorenen Dienstleistungssparten sucht der Konzern durch den Einstieg in die Biotechnologie und den Aufbau eines Tankstellennetzes.

2,5 Mrd. Dollar freier Cash-Flow jährlich lassen RIL Spielraum für große Träume. 5,8 Mrd. Dollar fließen in die Verdoppelung der Kapazität seiner Raffinerie in Jamnagar, die bis Anfang 2009 zur größten der Welt ausgebaut wird. Für knapp 1 Mrd. Dollar weitet RIL die Produktion von Polyester und Polypropylen aus. Vier Mrd. Dollar investiert der Konzern in die Energieexploration.

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