Indiens Industrieminister
„Wir brauchen unsere Fachkräfte selbst“

Industrieminister Anand Sharma sieht Indien bei der Berufsausbildung vor einer großen Herausforderung. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, wie Deutschland sein Land bei dieser Aufgabe unterstützen könnte.
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Handelsblatt: Herr Minister, Deutschland droht ein Mangel an Fachkräften. Was halten Sie von der Idee ihres Kollegen Rainer Brüderle, deutsche Unternehmen sollen indische IT-Experten und Ingenieure anwerben?

Anand Sharma: Indien gehört zu den Schwellenländern mit dem höchsten Wachstum. Um diesen Erfolg dauerhaft zu sichern, müssen wir den Industriesektor deutlich ausbauen. Bisher trägt die Industrie etwa 16 Prozent zu Indiens Bruttoinlandsprodukt bei. Wir wollen den Anteil auf 25 Prozent erhöhen. Dazu benötigt Indien viele gut ausgebildete Facharbeiter und Ingenieure. Der Export qualifizierter Arbeitskräfte ist deshalb nicht in Indiens Interesse. Wir brauchen sie selbst. Ausländische Unternehmen können gern nach Indien kommen, um von seinem Arbeitskräftepotenzial zu profitieren. Deutsche Firmen tun das in hohem Maße. Ich rechne in den nächsten Jahren mit einem starken Anstieg deutscher Direktinvestitionen.

Das Thema Fachkräfte wird also bei Ihrem Deutschlandbesuch keine Rolle spielen?

Doch. Indien steht bei der Berufsausbildung vor einer großen Herausforderung. Deutschland kann uns dabei helfen. Es ist deshalb mein ausdrücklicher Wunsch, während meines Besuchs ein Zentrum für die duale Berufsausbildung zu besichtigen. Ich möchte das Modell der deutschen Berufsausbildung nach Indien bringen.

Indiens Politiker erklären das seit Jahren. Trotzdem passiert nichts.

Das Problem ist die Anpassung des dualen Systems an die indischen Bedürfnisse. Es gibt zwar erste Initiativen mit deutscher Hilfe. Aber sie reichen nicht. Ich hoffe, dass sich der Prozess beschleunigt. In den nächsten zehn Jahren erreichen 200 Millionen junge Inder das erwerbsfähige Alter. Nur ein kleinerer Teil wird eine Hochschule besuchen können. Die anderen müssen so ausgebildet werden, dass sie den steigenden Fachkräftebedarf abdecken.

Selbst wenn das gelingt, wird Indien ohne eine bessere Infrastruktur den industriellen Rückstand zu China nicht aufholen können.

Deshalb investieren wir. Im aktuellen Fünfjahresplan der Regierung bis 2012 sind 550 Milliarden Dollar für den Ausbau der Infrastruktur vorgesehen. In den darauf folgenden zehn Jahren sollen die Investitionen auf 1700 Milliarden Dollar ansteigen. Es gibt Engpässe, die beseitigt werden müssen. Aber trotzdem ist Indien ein bevorzugtes Ziel ausländischer Direktinvestitionen. Der Ausbau der Flughäfen, der Häfen und der Energieversorgung birgt enorme Geschäftschancen gerade für deutsche Unternehmen.

Fürchten Sie nicht, dass die negativen Schlagzeilen über die Commonwealth Games Indiens Ruf als Wirtschaftsmacht und Investitionsstandort beeinträchtigen?

Ich bestreite nicht, dass es Verzögerungen und Probleme bei der Vorbereitung der Spiele gab. Trotzdem ist die Infrastruktur für die Commonwealth Games Weltklasse. Sie werden sehen, dass die Spiele am Ende ein großer Erfolg sein werden. Es ist nicht fair, allein wegen ein paar kleinerer Defizite bei der Vorbereitung ein ganzes Land an den Pranger zu stellen. Dafür ist Indiens Erfolgsgeschichte zu eindrucksvoll. Schauen Sie sich in Delhi die Metro oder den neuen Flughafen an. Beides sind Infrastrukturprojekte von Weltniveau.

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  • ich liebe indien. Und mit indien wird es noch zahlreiche andere Nationen, so wie Rußland zum beispiel, geben, die das Fachkräftepersonal selbst gelöst haben. Wenn ich ihnen sage, dass dieses Thema schon gut zwanzig Jahre alt sein muss, dann werden Sie mir dass sofort glauben. Wenn ich ihnen aber sage, dass diesselbe Masche dazu geführt hat, Sklaverei zu betreiben und damit schon mehr als 3000 Jahre alt ist, es ist exakt derselbe Mechanismus, dann weiß ich nicht , welchen Glauben Sie da noch verfolgen sollen.

    Schauen Sie sich diese Phänotypen an und bilden Sie Vorurteile. Es sind immer dieselben Kotzbalken, die es fertig bringen Ehrwürdiges und Achtbares in Scherben zu schlagen. Welche Mittel hat man da, als ein, ich will es mal so sagen, tricksterhafte Doppelmoral, bei der das Gute immer darauf drängt, sich am Leben zu orientieren, und das beginnt bei uns Menschen. Wir sehen nichts und schaffen nichts ohne das uns gegebene Leben. Es liegt in unseren Händen, ob wir einen schönen Lebenstag haben, und die, die nach uns kommen, oder ob es Schläge gibt und Kriege. Und fängt man mit den Tricksereien an, dann folgt der nächste und will sie nachmachen. Dann ist aus dem gut gemeinten ogleich ein neues Übel geboren: Was ist das ???

    in diesem Fall hält indien eher zu den guten Menschen in Deutschland. Es schaut nicht dabei zu, wie irgend welche durchgeknallten Politiker indische Sklaven kaufen, die sie einfach nur ausschlachten wollen. Offen gestanden, mi blick in die Geschichtsbücher, so habe ich mir den Welthandel nie vorgestellt.

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