Indonesien
Aceh-Separatisten erklären Kampftruppe für aufgelöst

Nach fast 30 Jahren Bürgerkrieg haben die früheren Separatisten in den indonesischen Provinz Aceh die Auflösung ihres militärischen Flügels bekannt gegeben. Damit findet ein Konflikt ein vorläufiges Ende, der schätzungsweise 150 000 Menschen das Leben kostete.

HB BANDA ACEH. Die kämpfenden Verbände der Bewegung Freies Aceh (GAM) hätten die Waffen abgegeben und seien aufgelöst, teilte Sprecher Irwandi Yusuf am Dienstag in Banda Aceh mit. Zuvor hatten sich Vertreter der GAM mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono getroffen. Die Bewegung fühle sich nach wie vor dem im August mit der Regierung geschlossenen Friedensabkommen verpflichtet, betonte Yusuf.

Die GAM hatte in der vergangenen Woche die Abgabe der in dem Übereinkommen festgelegten Zahl von 840 Waffen abgeschlossen. Im Gegenzug hatte sich Jakarta in dem Friedensschluss verpflichtet, bis Jahresende mehr als 21 000 Soldaten und Polizisten aus der Provinz an der Nordspitze Sumatras abzuziehen. Das letzte Kontingent soll am 29. Dezember die Heimreise antreten, hieß es am Dienstag.

Die GAM hatte seit 1976 für die Unabhängigkeit der an Öl- und Gasvorkommen reichen Provinz gekämpft. Dabei waren mehr als 15 000 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon Zivilisten. Unter dem Eindruck des verheerenden Tsunami im Dezember 2004, bei dem in Aceh schätzungsweise 170 000 Menschen starben, hatten GAM und Regierung unter Vermittlung Finnlands neue Friedensgespräche geführt.

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