Indonesien
Berlin wirbt um den nächsten Riesen

Berlin hofiert den indonesischen Präsidenten Yudhoyono. Denn das größte muslimische Land der Welt gehört zu den asiatischen Aufsteiger-Staaten und nährt die Hoffnungen der deutschen Exportwirtschaft. Darum will Kanzlerin Merkel die Handelsbeziehungen mit Indonesien ausbauen - und Konkurrent Japan ausstechen.
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BERLIN. Nach den sogenannten Bric-Staaten wird Deutschland nun auch die Beziehungen zu weiteren Schwellenländern erheblich verstärken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte am Dienstag an, spätestens 2011 nach Indonesien reisen zu wollen. Zudem solle das deutsch-indonesische Wirtschaftsforum wiederbelebt werden, sagte Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono bei seinem Besuch in Berlin.

Das islamische Land mit seinen mehr als 220 Millionen Einwohnern gilt als wachstumsstarker Aufsteiger im Fernen Osten und wichtiger Zukunftsmarkt. Zudem nimmt Indonesien als G20-Mitglied verstärkt an den internationalen Abstimmungen etwa über die Stabilisierung der Weltwirtschaft teil.

Die deutsche Wirtschaft drängt die Bundesregierung deshalb seit langem darauf, sich bei den Kontakten nach Asien nicht nur auf China, Indien, Japan und Südkorea zu konzentrieren. Indonesien bezieht zwar noch in erheblichem Maße deutsche Entwicklungshilfegelder. Zugleich ist es aber fester Produktionsstandort wichtiger deutscher Firmen geworden: So lässt Mercedes etwa die S-Klasse in dem Asean-Land fertigen.

Der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA) drängt nun darauf, möglichst schnell ein EU-Freihandelsabkommen mit dem Asean-Land abzuschließen. Hintergrund ist, dass die Gesprächen zwischen EU und der Asean-Organisation ins Stocken geraten. "Die deutsche Industrie ermutigt die EU-Kommission deshalb, neue Wege zu beschreiten", forderte der APA-Geschäftsführer Friedolin Strack. "Unser Wunsch ist, dass die EU-Kommission mit den Asean-Ländern nun zügig individuelle Verhandlungen für Freihandelsabkommen (FTA) aufnimmt."

Denn die deutsche Industrie leide darunter, dass es ein solches FTA bereits zwischen Indonesien und Japan gebe. Die Folge sei, dass aus Japan eingeführte Autos geringer besteuert werden als etwa die in Indonesien gebaute S-Klasse.

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