Indonesien: „Es wird wohl noch mehr Proteste geben“

Indonesien
Muslime wollen christlichen Politiker vor Gericht stellen

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„Es wird wohl noch mehr Proteste geben“

Mit seiner Amtsübernahme 2014 wurde Purnama der erste Gouverneur der Zehn-Millionen-Stadt aus der oft diskriminierten chinesischen Minderheit. Sein Wahlsieg wurde als Beleg für die gelebte Vielfalt und Demokratie gefeiert. Purnama war Nachfolger von Joko Widodo, der Präsident wurde. Widodo wirft Gegnern nun vor, sie nutzten den Ärger über Purnamas Äußerungen aus, um ihn – Widodo – zu schwächen.

Er solle die Gerichte entscheiden lassen, sagt Syamsuddin Haris vom Indonesischen Wissenschaftsinstitut. „Aber wenn man bedenkt, dass einige Menschen irrational handeln, dann wird es wohl noch mehr Proteste geben, falls das Gerichtsurteil die Menschen nicht zufriedenstellt.“

Radikale Organisationen wie die „Islamische Verteidigungsfront“ gehörten stets zu Purnamas größten Kritikern. Doch zunächst konnten sie kaum die Massen hinter sich versammeln – bis die Koran-Bemerkung einen empfindlichen Nerv vieler Muslime traf. Vor dem Blasphemievorwurf führte Purnama, der sein Amt mit Effizienz führt und die verbreitete Korruption bekämpft, in den Wahlumfragen.

Aber er hat sich Feinde gemacht. Mitarbeiter von Behörden und im Stadtrat stellte er als inkompetent und korrupt dar. Mit anderen verscherzte er es sich, weil er Hausbesetzer und Slumbewohner zur Räumung zwang und in Wohnungen am Stadtrand ansiedelte.

Nun hängt über Purnama das Damoklesschwert eines möglichen Prozesses. Er könnte sich über Monate oder sogar Jahre hinziehen – und am 15. Februar ist die kommende Gouverneurswahl.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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