Indonesien
Mega-City Jakarta wählt neuen Gouverneur

Indonesiens Hauptstadt Jakarta gehört zu Asiens Mega-Cities. Jetzt wird dort ein neuer Gouverneur gewählt – ein Test auch, wie die drittgrößte Demokratie der Welt mit Minderheiten umgeht.
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JakartaIn der indonesischen Hauptstadt Jakarta mit ihren etwa zehn Millionen Einwohnern wird an diesem Mittwoch ein neuer Gouverneur gewählt. Als aussichtsreichster Kandidat geht Amtsinhaber Basuki Thahaja Purnama ins Rennen. Der 50-jährige ist ein Christ mit chinesischen Wurzeln. Die Wahl gilt deshalb auch als Stimmungstest, wie Indonesien mit seinen Minderheiten umgeht.

In dem südostasiatischen Vielvölkerstaat ist der Politiker eine große Ausnahme. Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamisch geprägte Land der Welt. Von den mehr als 250 Millionen Einwohnern sind fast 90 Prozent Muslime. Bislang haben islamische Parteien jedoch nie Mehrheiten im nationalen Parlament hinter sich bringen können. Das Land ist eine der größten Demokratien der Welt.

Die Wahl ist auch deshalb interessant, weil sich Purnama derzeit wegen angeblich islamfeindlicher Äußerungen vor Gericht verantworten muss. Ihm wird vorgeworfen, im Wahlkampf den Koran beleidigt zu haben. Im November und Dezember gingen insgesamt mehr als 400.000 Muslime aus Protest gegen ihn auf die Straßen. Falls er die Wahl gewinnt und verurteilt wird, müsste er seinen Posten ruhen lassen. Eine Entscheidung in letzter Instanz könnte sich jahrelang hinziehen.

Purnama hat bislang noch keine Wahl selbst gewonnen. Ins Amt kam er 2014, nachdem der bisherige Gouverneur Joko Widodo die Präsidentschaftswahl für sich entschieden hatte. Als Vize-Gouverneur rückte er damals auf. Seine beiden Gegenkandidaten sind Muslime. Vermutet wird, dass es im April zu einer Stichwahl kommt.

Jakarta gilt als eine der asiatischen Mega-Cities mit enormen Problemen. Der Verkehr bricht dort immer wieder völlig zusammen. Im nächsten Jahr soll die Stadt eine U-Bahn bekommen. Große Teile des Stadtgebiets stehen regelmäßig unter Wasser. Die Stadt sinkt nach Angaben von Experten aktuell jedes Jahr zwischen drei und 25 Zentimeter. Grund dafür sind der fallende Grundwasserstand und die vielen neu entstandenen Hochhäuser. Viele Wasserstraßen und Parks sind enorm verschmutzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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