Indonesiens neuer Präsident lässt einen Bankenchef verhaften – Reformen sollen Investoren aus dem Ausland anlocken
Südostasien geht gegen Korruption vor

In Indonesien zittern Top-Manager und bestechliche Politiker vor einer Anti-Korruptionsoffensive des neuen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono.

SINGAPUR. Der Chef der staatlichen Bank Mandiri, Edwin Neloe, wurde vor zwei Wochen verhaftet. Der mächtigste Bankmanager des Landes soll gegen Geld die Vergabe von Milliardenkrediten an Unternehmen manipuliert haben. Kurz darauf nahmen die Ermittlungsbehörden den einflussreichen Leiter der Wahlkommission fest. Präsident Yudhoyono startete zudem Untersuchungen gegen Provinzfürsten und Abgeordnete.

Von Indonesien über Malaysia bis zu den Philippinen unternehmen Südostasiens Regierungen immer mehr gegen Korruption. Die transparenteren Rahmenbedingungen für die Wirtschaft sollen Auslandsinvestoren anlocken und im Inland die Geschäfte beleben.

Auf den ebenfalls von Korruption zerrütteten Philippinen rief Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo gerade den ehemaligen Leiter der hoch angesehenen Hongkonger Anti-Korruptionsbehörde zur Hilfe. Er soll ihrer bislang zahnlosen Kampagne Biss verleihen. Die Präsidentin ist derzeit sogar dazu gezwungen, Untersuchungen gegen ihren eigenen Ehemann und ihren Sohn zu genehmigen. Die Presse wirft ihnen Verwicklung in illegale Glücksspielringe vor. Der selbe Vorwurf hatte ihren Vorgänger Joseph Estrada das Amt gekostet.

Eine Triebfeder für derartigen Aktionismus ist die Sorge vor dem Verlust von Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der aufsteigenden Wirtschaftsmacht China. „Steigende Konkurrenz aus China und Indien zwingt alle Länder zu mehr wirtschaftlicher Effizienz“, meint Manu Bhaskaran, Regionalvolkswirt des Beratungsunternehmens Centennial Group. Korruption, Kumpelkapitalismus und den Schutz heimischer Eliten vor Recht und Gesetz könne sich einfach niemand mehr leisten. Schließlich meiden seit der Finanzkrise von 1997 Auslandsinvestoren Südostasien. Als Grund führen sie oft eine von Korruption und Kumpelkapitalismus an. „Die Behebung dieser Schwächen wird lange dauern“, warnt zwar Bhaskaran. Aber den Politikern werde es damit zunehmend Ernst.

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