Industrie
Energiehungriges China setzt auf Atomkraft

Wer viel Energie verbraucht, muss auch Lösungen finden, um den Bedarf zu decken: China hat für seine enorme Energienachfrage vor allem die Nuklearenergie im Fokus. Auch die Uranaufbereitung sollen helfen.
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PekingChina setzt zur Deckung seines rasant wachsenden Energiebedarfs auf die Entwicklung der Nukleartechnologie. Die Regierung in Peking werde künftig vor allem den Bau moderner Atomkraftwerke und die Suche nach eigenen Uran-Vorkommen fördern, teilte die Nationale Entwicklungs- und Planungsbehörde (NDRC) am Dienstag mit. Auch die Uranaufbereitung, die Entsorgung von Atommüll sowie der Strahlenschutz sollten vorangetrieben werden.

Das aufstrebende Schwellenland stellt damit Wochen nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima die Weichen für die Strukturreform in Richtung Atomkraft. Zugleich nimmt die oberste Planungsbehörde umweltverschmutzende Energieproduzenten an die kürzere Leine. Die Entscheidungen der Entwicklungs- und Planungsbehörde dienen als Richtschnur für die künftige Steuerpolitik, Kreditregeln, Handelsvorschriften und den Umgang mit ausländischen Investoren. In von der NDRC offiziell geförderten Industriebranchen erhalten Geschäftsleute in der Regel rasch staatliche Genehmigungen, günstige Bankkredite, billiges Bauland und Steuerbegünstigungen.   Nach dem Atomunfall in Fukushima am 11. März wird in China das Netz bestehender Nuklearanlagen einer strategischen Prüfung unterzogen. Die Ergebnisse stehen noch aus. Regierung und Industrie haben aber bisher stets betont, langfristig an der Entwicklung der Atomenergie festzuhalten. Nach Fukushima erklärte die Pekinger Führung aber auch, dass die Pläne verbessert werden sollen und der Ausbau langsamer voranschreiten könne - um die notwendigen Vorbereitungen für Bau und Kontrolle zu bewältigen.

In der 111 Seiten langen Liste über die künftige Industrieförderung geht die Planungskommission die am stärksten umweltverschmutzenden Sektoren der chinesischen Boom-Wirtschaft an. So hob die NDRC die erforderliche Mindestgröße für Kohlegruben und -kraftwerke sowie Ölraffinerien an. Damit werden faktisch viele Industrien in der Hand staatlicher Großkonzerne gebündelt. Dabei soll nicht nur die Umweltverschmutzung besser unter Kontrolle gebracht werden, sondern auch die Effizienz gesteigert und die Ressourcen-Verteilung innerhalb des riesigen Landes neu strukturiert werden.

Konkret plant die NDRC das Aus für Ölraffinerien mit einer Kapazität von weniger als 40.000 Barrel pro Tag, für ans Stromnetz angeschlossene Kohlekraftwerke mit bis zu 100 Megawatt sowie von Kohleminen, die weniger als 30.000 Tonnen pro Jahr fördern. Das geht aus der Liste der Kommission vor, die im Internet veröffentlicht wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Industrie: Energiehungriges China setzt auf Atomkraft"

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  • Dass Deutschland abschaltet hat einen Grund: Den Deutschen geht es immernoch viel zu gut! Aber das wird sich ändern ...

  • Ja, die Deutsche Hysterie wird im Ausland belächelt . China hat begehren auf 120 Kernkrafttechnische Anlagen (Wikipedia)die sie auch Realisieren werden !
    Ebenso Polen,Rumänien,Russland natürlich ...... usw...
    Nur Deutschland schaltet ab .

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