Industriekomplex Kaesong
Südkorea will mit Nordkorea verhandeln

Seit Anfang April ist die gemeinsame Sonderwirtschaftszone Kaesong an der Grenze von Nord- und Südkorea geschlossen. Nun will die südkoreanische Regierung mit dem Norden über eine Lösung sprechen.
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SeoulSüdkoreas Staatschefin Park Geun Hye will nach eigenen Angaben mit Nordkorea das Gespräch über den geschlossenen gemeinsamen Industriepark Kaesong suchen. Bei einer Kabinettssitzung in Seoul sagte Park am Dienstag, das Wiedervereinigungsministerium solle mit Nordkorea Gespräche über den Industriekomplex führen, der im Zuge der Spannungen zwischen den beiden koreanischen Staaten geschlossen worden war. Ziel sei es, dass die an dem Projekt beteiligten südkoreanischen Firmen bereits fertiggestellte Produkte sowie Rohstoffe aus Kaesong herausholen könnten. Damit solle ihr Verlust durch die jüngste Krise verringert werden.

Nachdem Pjöngjang Südkoreanern Anfang April den Zugang zu der Sonderwirtschaftszone auf nordkoreanischem Territorium verwehrte und alle seine 53.000 Beschäftigten abzog, verließen vor zehn Tagen auch die letzten Südkoreaner Kaesong. Von den Rohstoffen und Produkten konnten sie nur einen kleinen Teil mitnehmen. Die südkoreanische Regierung sicherte den Investoren der 120 südkoreanischen Firmen in Kaesong bereits 300 Milliarden Won (208 Millionen Euro) als Soforthilfe zu. Der gesamte Verlust wird aber auf ein bis drei Billionen Won geschätzt.

Weder Seoul noch Pjöngjang haben eine dauerhafte Schließung von Kaesong verkündet. Nordkorea stellte als Bedingung für die Wiedereröffnung, dass der Süden alle "feindlichen Akte und militärischen Provokationen" unterlasse. Nichtsdestotrotz startete Südkorea am Montag ein zweitägiges Militärmanöver mit den USA.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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