Industriellen-Chef zu Griechenland
„Die Ära der Illusionen ist vorbei“

Der Präsident des griechischen Industrieverbandes SEV, Theodoros Fessas, plädiert im Interview für einen breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens, um das Land zum Wachstum zurückzuführen.
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AthenDer Sitz des griechischen Industrie-Verbandes in der Athener Xenophon-Straße ist gesichert wie eine Festung. Der Eingang erinnert an die Tür eines Tresors. Das massive Stahlportal wird von einem Elektromotor geöffnet, so schwer ist es. Erst kürzlich haben Anarchisten das Gebäude mit Molotowcocktails attackiert und die Fassade des klassizistischen Patrizierhauses mit Farbbeuteln beworfen. Im Interview spricht der Präsident des griechischen Industrieverbandes SEV, Theodoros Fessas, über das neue Kabinett, die wichtigsten Aufgaben und Griechenlands Zukunft.

Herr Fessas, was sagen Sie zu dem neuen Kabinett?

Die Regierung wird danach beurteilt werden, wie sie die Maßnahmen des Anpassungsprogramms umsetzt. Zeit hat sie jedenfalls nicht zu verlieren, vor allem nicht mit ewigen Neuverhandlungen. Jetzt geht es um die Umsetzung. Ein erster positiver Schritt ist die Wiedereinführung des Industrieministeriums. Das war seit langem eine Forderung unseres Verbandes, um die Industrie und das verarbeitende Gewerbe in Griechenland wieder aufzubauen.

Wie stabil ist diese Regierung mit 155 von 300 Mandaten?

Es wäre nicht richtig, gleich nach der Wahl Debatten über die Stabilität einer Regierung zu beginnen. Sie hat ein klares Mandat der Wähler. Die Regierung wirkt geschlossen und geeinter, als es vielleicht eine breitere Koalition wäre. Vergessen wir nicht, dass 80 Prozent der Abgeordneten des neuen Parlaments das neue Rettungsprogramm und die europäische Perspektive des Landes unterstützen. Die Opposition wird ihre Rolle sehr bedacht wahrnehmen. Die Ära der Illusionen und des Schattenboxens ist für alle vorbei.

Hatten Sie gehofft, parteilose Technokraten in der neuen Regierung zu sehen?

Einen Ausweg aus der objektiv schwierigen Lage, in der sich unser Land befindet, finden wir nur mit politischem und sozialem Konsens. Diese wichtige Voraussetzung ist gegeben, seit das Parlament im August mit großer Mehrheit für das neue Anpassungsprogramm stimmte. Zugleich sollten die Politiker aber jede technische Hilfe in Anspruch nehmen, die innerhalb und jenseits unserer Grenzen für die Umsetzung des Programms zur Verfügung steht.

Kommentare zu " Industriellen-Chef zu Griechenland: „Die Ära der Illusionen ist vorbei“"

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  • "Sputnik"

    Dude, who cares? Das hat ungefähr den gleichen Stellenwert, wie bei Kim Jong Un "korrigiert" zu werden. *G*

  • wow, das HB wird inzwischen aber häufig bei Sputnik erwähnt. Hmmm, lesenswert (ggg)

    erst mal -- viel Spaß hier

  • Merkel setzt all das um, was sie in der DDR gelernt hat. Ist doch nicht so schwer zu verstehen.
    Gleichschaltung der politischen Parteien zur einer neuen SED.
    Aussortierung von politisch unbequemen Personen.
    Gleichschaltung der Medienlandschaft.
    Einrichtung eines Staatssicherheitsdienstes.
    Ersatz der Marktwirtschat durch Planwirtschaft.
    Abschaffung von Rechtsstaat und Demokratie zu Gunsten ihres "demokratischen Sozialismus" (O-Ton-Merkel!)

    Den Sozialismus in seinem Lauf......

    Gebt der noch 10 Jahre und Ihr werdet Deutschland nicht wiedererkennen. Na, ja , bald ist ja "Volkstrauertag" LOL.

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