Industriestaaten: Mehr Asylanträge wegen Syrien-Krieg

Industriestaaten
Mehr Asylanträge wegen Syrien-Krieg

In den Industriestaaten ist die Zahl der Asylanträge im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Zahl der syrischen Asylbewerber hat sich sogar verdreifacht. In Europa wurden die meisten Anträge in Deutschland gestellt.
  • 3

GenfDie Zahl der Asylanträge in den Industriestaaten ist im vergangenen Jahr insbesondere in Folge des Bürgerkriegs in Syrien deutlich gestiegen. 2012 seien in den Industrieländern knapp 480.000 Asylanträge und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr gestellt worden, hieß es in einem am Donnerstag in Genf veröffentlichten Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Die Zahl der Asylbewerber aus Syrien habe sich fast verdreifacht. Sie stieg demnach um 191 Prozent auf 24.800. Damit stieg Syrien vom 15. zum zweiten Platz der Herkunftsländer von Asylbewerbern auf.

Mehr als die Hälfte der syrischen Asylbewerber stellten Aufnahmeanträge in Schweden und Deutschland, hieß es in dem UN-Bericht. Auf Schweden entfielen demnach 7800 Anträge, auf Deutschland 6.200. In der Schweiz baten 1400 Syrer um Aufnahme, in Großbritannien 1300 und in Österreich 920. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch zugesagt, in den kommenden Monaten 5000 weitere Syrer aufzunehmen.

Gemessen an der Zahl der Syrer, die in den Nachbarländern ihrer Heimat Schutz suchten, sei die Zahl der Asylanträge von Syrern in den Industriestaaten aber „moderat“, hob das UNHCR hervor. In Ländern wie Jordanien und der Türkei flüchteten demnach mehr als 1,1 Millionen Syrer.

Mit 36.600 Anträgen kamen die meisten Asylbewerber in den Industrieländern dem Bericht zufolge auch 2012 aus Afghanistan. Nach Syrien folgen Serbien und das Kosovo auf dem dritten Platz. In den 44 untersuchten Ländern wurden insgesamt 479.300 Asylanträge gestellt. Dies sei die höchste Zahl seit 2003 und setze den 2006 eingesetzten Trend einer Zunahme von Asylbewerbern fort, hieß es.

„Kriege bringen immer mehr Menschen dazu, Asyl zu suchen“, erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres. Es sei daher „mehr als je zuvor notwendig, für die Anerkennung des internationalen Asylrechts zu sorgen“. „Ich ermahne die Länder, ihre Grenzen in Konfliktzeiten für Menschen offen zu halten, die flüchten, um ihr Leben zu retten“, fügte Guterres hinzu.

Die meisten neuen Asylanträge in Europa wurden 2012 in Deutschland gestellt: 64.500 Menschen und damit 41 Prozent mehr als im Vorjahr baten hier um Aufnahme. Auf dem zweiten und dritten Rang folgten Frankreich mit 54.900 Anträgen (plus fünf Prozent) und Schweden mit 43.900 Anträgen (+ 48 %). Im weltweiten Vergleich wurden die meisten Anträge - nämlich 83.400 - in den USA gestellt, zumeist von Chinesen (24 Prozent der Anträge) oder Mexikanern (17 %).

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Industriestaaten: Mehr Asylanträge wegen Syrien-Krieg"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wir sollten weder noch aufnehmen denn es sind schon zu viele Asylanten(Wirtschaftsasylanten) aus dem türkisch/arabischen Ausland hier,denn es werden die meisten versuchen hier zu bleiben,was eigentlich verständlich ist, wer verläßt schon freiwillig das Schlaraffenland. Die Kulturen, Lebensarten der beiden Gruppen lassen sind nicht vereinbaren.

    Helfen vor Ort, JA, hier in Europa aufnehmen NEIN.

  • Wir sollten nur christliche und keine anderen Syrer aufnehmen. Das hat nichts mit Diskriminierung sondern mit der Beurteilung der Risiken zu tun.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%