Informationen aus Diplomatenkreisen
Saudi-Arabien nimmt Verdächtige fest

Nach Angaben aus Diplomatenkreisen haben saudiarabische Sicherheitskräfte Extremisten festgenommen, denen eine Beteiligung an dem Anschlag auf ein Ausländer-Wohnquartier in Riad vorgeworfen wird.

HB RIAD/KAIRO/NEW YORK/MOSKAU. „Einige wurden zudem festgenommen und wieder freigelassen“, hieß es am Dienstag aus den Kreisen. „Die Jagd auf die Verantwortlichen geht weiter.“ Das meldete unter anderem die arabische Zeitung „Al-Hayat“. Über die Zahl der Festgenommenen machte die Zeitung keine Angaben. In dem mit Sprengstoff beladenen Auto der Täter hätten zwei Männer gesessen, hieß es.

Weiterhin berichtete die zu einem saudiarabischen Verlagshaus gehörende Zeitung, eine Gruppe islamistischer Prediger unter der Führung von Scheich Safer el Hawali habe eine Initiative gestartet, um einen Dialog zwischen der Führung und „denjenigen, die hinter diesen Gewaltakten stehen“, zu beginnen. Im Königreich bestünden allerdings erhebliche Zweifel daran, dass diese Initiative von der Königsfamilie akzeptiert werde.

Eine andere arabische Zeitung berichtete am Dienstag, sie habe ein Bekenner-Schreiben von einem mutmaßlichen El-Kaida-Führer per E-Mail erhalten, der sich Abu Mohammed el Abladsch nenne. Amerikanische und saudiarabische Behörden hatten den Anschlag bereits am Wochenende El Kaida zugeschrieben.

Am Montag hatte König Fahd angekündigt, sein Land werde mit einer „eisernen Faust“ gegen Radikale vorgehen. Bei dem Anschlag am Wochenende waren mindestens 18 Menschen getötet und 120 verletzt worden. Für die Tat wird die El-Kaida-Organisation von Osama bin Laden verantwortlich gemacht.

Die amerikanische Tageszeitung "New York Times" stellte in ihrer Dienstagsausgabe fest, Saudi Arabien habe ein wachsendes Problem mit dem Terrorismus. Die Zeitung forderte in diesem Zusammenhang: "Washington sollte nicht zögern, seine Kooperation anzubieten, den gemeinsamen terroristischen Feind zu jagen und strafrechtliche zu verfolgen. Aber noch mehr effektive Polizeiarbeit allein wird nicht genügen."

Die russische Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta“ forderte im Zusammenhang mit dem Anschlag hingegen, Washington solle neue Wege gehen: „Das Weiße Haus hat den Terroranschlag in Riad nicht dazu genutzt, öffentlich Druck auf Saudi-Arabien auszuüben. Dabei liegt seit längerem ein kritisches Dossier des US-Außenministeriums über das Land vor."

Im Gegenteil seien von Seiten der US-Führung nur Worte der Unterstützung für das Herrscherhaus von Saudi-Arabien zu hören gewesen. Die meisten Attentäter vom 11. September 2001 hätten aus Saudi-Arabien gestammt. "Lange Zeit hieß es, ein Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus sei nur mit einer Demokratisierung des saudischen Regimes zu erzielen. Doch von Demokratie will jetzt niemand mehr etwas wissen“, heißt es in der Dienstagsausgabe der Zeitung weiter.

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