Infrastrukturprojekte

Athen baut Autobahnen gegen die Krise

Durch den Bau neuer Schnellstraßen und weiteren Infrastrukturprojekte will die griechische Regierung aus der Rezession kommen. Es soll auch weitere Privatisierungen geben - das freut die EU-Kommission.
30 Kommentare
Bankangestellte demonstrieren in Athen am 1. August. Quelle: dpa

Bankangestellte demonstrieren in Athen am 1. August.

(Foto: dpa)

AthenIm Kampf gegen die Rezession setzt die Regierung in Athen auf mehrere Privatisierungen und neue Infrastrukturprojekte. So sollen schnellstmöglich die griechischen Eisenbahnen privatisiert werden, teilte am Donnerstag Wirtschafts- und Entwicklungsminister Kostis Hadzidakis mit. Zudem sollen vier Schnellstraßen im Süden und Westen des Landes gebaut werden. Allein diese Projekte würden bis zu 60.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die EU-Kommission begrüßte die Ankündigen des Ministers. Diese seien ein Zeichen dafür, dass die griechische Regierung entschlossen sei, die nötigen Reformen in die Tat umzusetzen, erklärte die EU-Kommission.

Hadzidakis kündigte zudem an, dass 181 andere Infrastrukturprojekte mit Hilfe von EU-Fonds vorangetrieben werden sollen. Mit der Abschaffung bürokratischer Hindernisse sollten auch die griechischen Exporte gefördert werden. Zudem sollen 37 kleine Flughäfen stufenweise privatisiert werden.

Unmittelbar nach der Einigung über das neue Sparpaket hat die griechische Regierung die Verhandlungen mit den Geldgebern aufgenommen. Finanzminister Ioannis Stournaras traf am Donnerstag die Experten der Troika von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Athen, um sich über die Details des Sparprogramms von 11,5 Milliarden Euro zu verständigen. „Wir hatten ein exzellentes Treffen“, sagte der Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF), Poul Thomsen, vor Journalisten, ohne Einzelheiten zu nennen. Brüssel lobte die griechischen Sparbeschlüsse.

Sie seien „ein klares Zeichen für den Willen der griechischen Regierung, die dringend nötige Reform der griechischen Wirtschaft herbeizuführen“, teilte die EU-Kommission mit. Die Eckpunkte für Strukturreformen seien ein wichtiger Beitrag zum Umbau des Landes, zu dem sich Griechenland in Vereinbarungen mit seinen Geldgebern verpflichtet habe. „Wir erwarten nun die entschlossene Umsetzung aller Reformzusagen Griechenlands“, mahnte die EU-Kommission.

Allerdings wurden noch keine Details der Sparbeschlüsse veröffentlicht. Die bislang durchgesickerten Eckpunkte des neuen Sparpakets sehen weitere Kürzungen und Deckelungen von Renten sowie kräftige Einkommenseinschnitte für Beschäftigte staatlicher Unternehmen vor.

Tsipras schießt gegen Sparprogramm
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Infrastrukturprojekte - Athen baut Autobahnen gegen die Krise

30 Kommentare zu "Infrastrukturprojekte: Athen baut Autobahnen gegen die Krise"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • AUTOBAHNBAU WIE IM 3.REICH ?
    Adi lässt grüssen !

  • ibmisout Infrastruktur, Autobahnen, Wofür ? Die werden sich bald keine Autos mehr leisten können. Spanien hat es auch nicht geholfen, einseitig auf den Bausektor zu setzen.

    gerrro: Dem Land Spanien hat es nicht geholfen, aber den Kapitalinvestoren, besonders aus Deutschland. Allein über ihre Deutsche Bank und Coba haben diese 28 Milliarden Euro nach Spanien exportiert. Die müssen jetzt mit EFSF-Steuergeldern "gerettet" werden.

    Also: Eine kapitale Umverteilung nach ganz weit oben.

    Frage: Wäre dann nach den Plänen der EU-Kommission im Rotationsprinzip bald Italien an der Reihe ?

  • kvogeler: Frage:
    Wer gewinnt, wenn mit Steuergeldern, insbesondere mit fremden, Bauruinen finanziert werden??
    Antwort: Banken und Bauunternehmer.

    Jetzt verstehe ich den Plan.

    gerrro: Nicht ganz !
    Antwort: Die Kapitaleigner von großen Bauunternehmen und Großbanken mit deren Kapitalinvestoren.

    Jetzt verstehe ich den kapitalen Plan. Eine Umverteilung nach ganz weit oben.

  • Frage an die Redaktion:

    Warum dürfen wir nicht alle EUBuerokratenwitze lesen ?

  • Stefano: Infrastrukturprojekte sind grundsätzlich gut - sagt das Lehrbuch für Volkswirtschaftslehre.


    gerrro: Wozu Infrastruktur, wenn keine produktive Volkswirtschaft da ist ?

    Ein weiteres Strohfeuer, das keine dauerhaften Arbeitsplätze schafft. Nur KPM und ABM, Arbeits-Beschaffungs-Maßnahmen für Zuwanderer und Illegale, und Kapital-Beschaffungs-Maßnahmen für Baukonzerne, Banken und deren Kapital-Investoren. Spanien 2.0 mit EU-Geldern aus Deutschland.

    Und wo ist Kapital für unsere Infrastruktur, Straßen, ... ?


    stefano:
    Die Praxis sagt uns: Paßt auf mit Korruption im euro-mezzogiorno!

  • Also das mit den Autobahnen hatten wir auch schon als ABM und kurz danah war der Weltkrieg!
    Schlimm ist nur das wieder ein neuer Sparplan zu Lasten der normalen Bürger durchgeboxt wird, der wie alle anderen Pläne eh nicht eingehalten wird bzw. werden kann! Die Frage ist ob die 11,5 Milliarden Euro zusätzlich zud en anderen eingespart werden soll oder ob das nun der gültige Plan ist, den die griechische Regierung nicht einhalten wird? Der Bevölkerung hilft das nicht, die haben zum Teil nichts mehr was man sparen kann und die Gelder fließen wieder zu den Banken ins Ausland, wie Frankreich, USA und Deutschland! Die Troika soll den Stecker ziehen, weil das ist humaner! Aber wir wissen ja eh das die Gelder wieder ausgezahlt werden, weil die Griechen sich auf dem Papier ja sehr bemühen! Wenn das so kommt, zuzüglich auch noch dieser neue ESM, dann brennt Europa!

  • Weil derartige Großprojekte wie in der Vergangenheit geschehen, deutsche und französische Unternehmen vedienen.

  • Die Griechische Staatsbahn ist kein lukratives Staatsunternehmen, sondern fährt seit Jahren mit absolut verschlissenem Material und ist real Pleite. Nach Einschätzung von Spezialisten auch nicht sanierungsfähig, kann nur geschlossen werden.

  • 1) Griechenland konnte schon in der Vergangenheit mit Infrastrulkturprojekten nichts bewegen, da Korruption und Bürokrtie im Weg standen. Ohne Reformen bringt das nichts. V. a. wird wieder nur für "fakilaki" Steuergeld aus dem EU-Fonds verschwendet.

    (..)

    3) In der Vergangenheit wurden Privatisierungen angekündigt, von der EU begrüßt und nichts geschah. Ist di Eisenbahn nicht schon zum 5 mal "privatisiert" worden? Und werden derzeit nicht nach wie vor 16 Monatsgehälter á 5000 € gezahlt? Es ist eine Schande! Und dagegen demonstrieren die Griechen. Die müssen sich nicht wundern, wenn wir hier kein Verständnis haben.

    Mit tun die Iren und Portugiesen leid. Aber auch die Esten, die voller Entbehrung leben, aber ihren Staatshaushalt im Griff haben.
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert+++

  • Ja immer wieder die GR mit der T verbinden, das wollen einige da es bergab geht mit GR. Wir haben GR mit ueber 70 Mrd aus der EU finanziert, Zypern mit aufgenommen und beide erweisen sich als Trojanische Pferde, wobei diesmal die Sache fuer Klein Asien besser ausgehen wird als fuer Europa

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%