Infrastrukturprojekte
Athen baut Autobahnen gegen die Krise

Durch den Bau neuer Schnellstraßen und weiteren Infrastrukturprojekte will die griechische Regierung aus der Rezession kommen. Es soll auch weitere Privatisierungen geben - das freut die EU-Kommission.
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AthenIm Kampf gegen die Rezession setzt die Regierung in Athen auf mehrere Privatisierungen und neue Infrastrukturprojekte. So sollen schnellstmöglich die griechischen Eisenbahnen privatisiert werden, teilte am Donnerstag Wirtschafts- und Entwicklungsminister Kostis Hadzidakis mit. Zudem sollen vier Schnellstraßen im Süden und Westen des Landes gebaut werden. Allein diese Projekte würden bis zu 60.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die EU-Kommission begrüßte die Ankündigen des Ministers. Diese seien ein Zeichen dafür, dass die griechische Regierung entschlossen sei, die nötigen Reformen in die Tat umzusetzen, erklärte die EU-Kommission.

Hadzidakis kündigte zudem an, dass 181 andere Infrastrukturprojekte mit Hilfe von EU-Fonds vorangetrieben werden sollen. Mit der Abschaffung bürokratischer Hindernisse sollten auch die griechischen Exporte gefördert werden. Zudem sollen 37 kleine Flughäfen stufenweise privatisiert werden.

Unmittelbar nach der Einigung über das neue Sparpaket hat die griechische Regierung die Verhandlungen mit den Geldgebern aufgenommen. Finanzminister Ioannis Stournaras traf am Donnerstag die Experten der Troika von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Athen, um sich über die Details des Sparprogramms von 11,5 Milliarden Euro zu verständigen. „Wir hatten ein exzellentes Treffen“, sagte der Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF), Poul Thomsen, vor Journalisten, ohne Einzelheiten zu nennen. Brüssel lobte die griechischen Sparbeschlüsse.

Sie seien „ein klares Zeichen für den Willen der griechischen Regierung, die dringend nötige Reform der griechischen Wirtschaft herbeizuführen“, teilte die EU-Kommission mit. Die Eckpunkte für Strukturreformen seien ein wichtiger Beitrag zum Umbau des Landes, zu dem sich Griechenland in Vereinbarungen mit seinen Geldgebern verpflichtet habe. „Wir erwarten nun die entschlossene Umsetzung aller Reformzusagen Griechenlands“, mahnte die EU-Kommission.

Allerdings wurden noch keine Details der Sparbeschlüsse veröffentlicht. Die bislang durchgesickerten Eckpunkte des neuen Sparpakets sehen weitere Kürzungen und Deckelungen von Renten sowie kräftige Einkommenseinschnitte für Beschäftigte staatlicher Unternehmen vor.

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Tsipras schießt gegen Sparprogramm

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  • AUTOBAHNBAU WIE IM 3.REICH ?
    Adi lässt grüssen !

  • ibmisout Infrastruktur, Autobahnen, Wofür ? Die werden sich bald keine Autos mehr leisten können. Spanien hat es auch nicht geholfen, einseitig auf den Bausektor zu setzen.

    gerrro: Dem Land Spanien hat es nicht geholfen, aber den Kapitalinvestoren, besonders aus Deutschland. Allein über ihre Deutsche Bank und Coba haben diese 28 Milliarden Euro nach Spanien exportiert. Die müssen jetzt mit EFSF-Steuergeldern "gerettet" werden.

    Also: Eine kapitale Umverteilung nach ganz weit oben.

    Frage: Wäre dann nach den Plänen der EU-Kommission im Rotationsprinzip bald Italien an der Reihe ?

  • kvogeler: Frage:
    Wer gewinnt, wenn mit Steuergeldern, insbesondere mit fremden, Bauruinen finanziert werden??
    Antwort: Banken und Bauunternehmer.

    Jetzt verstehe ich den Plan.

    gerrro: Nicht ganz !
    Antwort: Die Kapitaleigner von großen Bauunternehmen und Großbanken mit deren Kapitalinvestoren.

    Jetzt verstehe ich den kapitalen Plan. Eine Umverteilung nach ganz weit oben.

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