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Infrastrukturprojekte: EU setzt Hebel für neue Geldquelle ein

Die EU will Geld für Wachstumsprojekte sprudeln lassen. So sollen Projektanleihen helfen, private Geldgeber für Infrastrukturvorhaben zu mobilisieren. Mit der EU im Rücken erscheinen die Investoren kreditwürdiger.

Die EU will Projekte fördern, die durch die derzeitige Wirtschaftslage behindert werden. Quelle: AFP
Die EU will Projekte fördern, die durch die derzeitige Wirtschaftslage behindert werden. Quelle: AFP

Brüssel/StraßburgNoch bevor der Brüsseler Sondergipfel zu Wachstumsfragen tagt, hat die EU eine neue Geldquelle für Infrastrukturprojekte erschlossen. Mit der Ausgabe sogenannter Projektanleihen sollen bis Ende 2013 Privatinvestitionen bis zu 4,6 Milliarden Euro mobilisiert werden, wie die dänische Ratspräsidentschaft am Dienstag mitteilte. Abgesichert werden sie zwar nur durch 230 Millionen Euro aus dem Unionsbudget, jedoch hofft Brüssel auf einen 20-fachen Hebelfaktor: Denn mit der EU im Rücken sollen Investoren kreditwürdiger erscheinen, dadurch an billigeres Geld kommen und so grenzüberschreitende Verkehrs- oder Energieprojekte finanzieren.

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Die informelle Einigung auf Initiative der EU-Kommission gilt als richtungsweisend, auch wenn formale Beschlüsse der Mitgliedstaaten und des Parlaments erst noch folgen müssen. Dies dürfte den Angaben zufolge spätestens im Juli geschehen. Ob und in welcher Form Mittel für Projektanleihen auch im Unionshaushalt der Jahre 2014 bis 2020 eingeplant werden, ist derzeit noch offen. „Die Pilotphase macht es möglich, erst einmal im kleineren Maßstab Erfahrungen mit Projektbonds zu sammeln“, erklärte die Ratspräsidentschaft.

Europäische Union (EU)

Ziel sei es, zunächst vier bis zehn profitable Projekte zu fördern, deren Finanzierung durch die momentane Wirtschaftslage behindert wird. Dazu heißt es in der Mitteilung: „Die EU und die Europäische Investitionsbank werden einen Teil der Projektanleihen absichern und dadurch die Aussicht auf eine verbesserte Kreditwürdigkeit zu erhöhen.“

Über weitere Instrumente zur Konjunkturbelebung in Europa beraten die Staats- und Regierungschefs bei einem Sondergipfel am Mittwoch in Brüssel. Neben dem klügsten Weg zu mehr Wachstum geht es auch um die Verteilung mehrerer europäischer Spitzenämter zwischen den Mitgliedstaaten und die Lage in Griechenland. Beschlüsse werden dabei aber nicht gefasst - das bleibt dem regulären EU-Gipfel Ende Juni vorbehalten.

  • 23.05.2012, 00:01 Uhrdanke_dir

    Hm? Da hast du etwas falsch verstanden.

    Anleger A kauft eine Anleihe für 1000 EUR. Die EU (ESM oder wer auch immer) bürgt für 500 EUR.

    Damit kann die EU sich für die doppelte Anzahl der Nominalwerte der Anleihen verbürgen (Vorteil für EU).

    Sollte der Schuldner nicht zahlen können und z.B. die Anleihe auf 70% kürzt, dann hat der Kreditgeber immer noch 100% (die fehlenden 30% sind durch die EU verbürgt). Die EU bleibt auf Ihren Forderungen entsprechend sitzen.

    Doppelte Bürgschaften für doppeltes Risiko. Ergibt einen Heben von 2. Was ist das Problem?

  • 22.05.2012, 21:07 UhrSayTheTruth

    Für Aktien-Options-Scheine gibt es einen Hebel. Ja. Das ist ein ECHTER Hebel, weil man 20-fach Gewinnen kann oder 20-fach verlieren.

    Die EU jedoch veralbert ihre Investoren mit dem "Hebel-Begriff". Weil die nur ihren UNGEHEBELTEN Gewinn bekommen oder den GEHEBELTEN Verlust. Der Hebel geht nur nach unten aber nicht nach oben. GUTER WITZ. hahahha !!!

    Welcher Schwachkopf fällt darauf rein ?

  • 22.05.2012, 20:47 UhrMazi

    Zur Besicherung sollten die Diäten und Pensionsansprüche der Beamten herangezogen werden. Wenn "die" es nicht spüren, wird sich nichts ändern. Deshalb muss man das ändern.

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